(ka) Eine neue Informationstafel macht künftig auf die negativen Folgen des Entenfütterns aufmerksam. Entstanden ist sie im Rahmen einer erfolgreichen Kooperation zwischen dem Landkreis Eichstätt und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU). Das gemeinsame Projekt verbindet praktischen Naturschutz mit anschaulicher Bewusstseinsbildung. Erarbeitet wurde die Tafel von Lukas Hässner, Masterstudent der Journalistik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Parallel dazu studiert er im Masterstudiengang „Geographie: Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Das Projekt entstand im Rahmen seines Zusatzstudiums „Nachhaltige Entwicklung“ – Nachhaltigkeitscoach, in dem er sich insbesondere mit biologiedidaktischen Inhalten beschäftigt, die in dem begleiteten Projektseminar „Nachhaltige Entwicklung 2“ von Patrizia Hartmann eine praktische Umsetzung erfahren können. Hässner übernahm dabei die fachliche Recherche, die inhaltliche Aufbereitung sowie die visuelle Gestaltung der Tafel. Die Inhalte stimmte er mit Fachleuten aus der Biologie ab.

Auf der Informationstafel wird verständlich gezeigt, weshalb das Füttern von Enten mit Brot und anderen ungeeigneten Lebensmitteln nicht nur den Tieren selbst, sondern dem gesamten Ökosystem eines Gewässers schadet. Durch ungeeignetes Futter können Enten erkranken. Gleichzeitig begünstigt das zusätzliche Nahrungsangebot eine unnatürlich starke Vermehrung der Population. Die Folgen reichen jedoch noch wesentlich weiter: Futterreste und vermehrte Ausscheidungen führen zu einem Überschuss an Mineral- und Nährstoffen im Wasser. Dadurch wird das Wachstum von Algen gefördert. Beim Abbau der Algen wird Sauerstoff verbraucht, sodass die für Fische, Wasserpflanzen und zahlreiche weitere Lebewesen notwendige Sauerstoffkonzentration im Gewässer allmählich sinkt. Das ökologische Gleichgewicht kann dadurch erheblich beeinträchtigt werden. „Die fertige Tafel nun tatsächlich gedruckt in den Händen zu halten, ist für mich etwas ganz Besonderes. Naturschutz liegt mir persönlich sehr am Herzen. Mir war deshalb wichtig, die komplexen ökologischen Zusammenhänge wissenschaftlich korrekt und zugleich für alle verständlich aufzubereiten. Ich freue mich sehr, dass mein Infotafel nun vor Ort zum Gewässer- und Umweltschutz beiträgt“, sagt Lukas Hässner.

Landrat Alexander Anetsberger lobte die anschauliche und gelungene Umsetzung des Projekts. Zugleich zeigte er sich erfreut über die zahlreichen erfolgreichen Vorhaben, die in den vergangenen Jahren im Rahmen des Projektseminars entstanden sind. Die neue Informationstafel sei ein sichtbares Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit zwischen Universität und Landkreis konkrete Beiträge zum Natur- und Umweltschutz und der Bewusstseinsbildung leisten könne. Für die erste Tafel wurde bereits ein geeigneter Standort gefunden. Sie wird künftig die Besucherinnen und Besucher des Zukunftsgartens des Landkreises am Rieder Weiher bei Dollnstein über die Zusammenhänge zwischen Entenfütterung, Tiergesundheit und Gewässerökologie informieren. Weitere Tafeln sollen nach Möglichkeit folgen. Sie könnten auch an anderen geeigneten Standorten dazu beitragen, das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Wildtieren zu stärken und damit gesunde Entenpopulationen sowie ökologisch stabile Gewässer zu fördern. Kommunen, Einrichtungen oder weitere Personen, die sich für die Informationstafel und deren Inhalte interessieren, können sich an Anne Fröhlich vom Fachbereich Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Grünplanung des Landkreises Eichstätt wenden (a.froehlich@lra-ei.bayern.de).

*Bildunterschrift: Lukas Hässner übergibt die von Ihm entworfene Infotafel an Landrat Alexander Anetsberger. Die Tafel soll zukünftig an ausgewählten Orten im Landkreis über die negativen Folgen des Entenfütterns aufklären. (Foto: Felix Butz)

Quelle: Lkr. Eichstätt / Manfred Schmidmeier