(ka) Mit viel Humor, Selbstironie und scharfem Blick für Gesellschaftsansprüche begeisterte das Theater Ulüm das Publikum im Alten Stadttheater Eichstätt. Die Komödie „HOCHDEUTSCHtürkisch“ war Teil der Interkulturellen Wochen 2026 und entstand in Kooperation von Stadt Eichstätt und Landkreis Eichstätt, organisiert vom Fachbereich Integration im Landkreis. Zu Beginn betonte 2. Bürgermeisterin Elisabeth Gabler in ihrem Grußwort, wie wichtig Interkulturalität fürs Leben in Eichstätt ist. Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft gehören fest zur Stadtgemeinschaft und bereichern das Miteinander vor Ort. Gleichzeitig wurde die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis als Schlüssel für gelungene Begegnungen hervorgehoben.

Im Fokus stand die türkischstämmige Familie Dasch, deren Alltag und Gewohnheiten sich über Generationen hinweg verändern. Mit viel Selbstironie und Wortwitz fragt das Ensemble nach kultureller Identität und Zugehörigkeit. Beim Planen eines Urlaubs in der Türkei zeigen sich deutlich die unterschiedlichen Vorstellungen: Die Älteren tragen Erinnerungen an frühere Reisen mit sich, die Jüngeren orientieren sich stärker an ihrem Leben in Deutschland. Auf der Pauschalreise suchen Eltern und Kinder nach neuen Seiten an sich selbst und klären spielerisch, was eigentlich typisch deutsch oder typisch türkisch bedeutet.

Neben alltäglichen Momenten greift das Stück auch politische Debatten, Diskriminierung und Vorurteile auf. Es erzählt von Erfahrungen türkischstämmiger Menschen in Deutschland, die trotz langer Zugehörigkeit manchmal als fremd wahrgenommen werden oder mit Fragen zur Integration konfrontiert werden. Sprachkenntnisse, veränderte Lebensgewohnheiten, Frauenrechte und traditionelle Rollenbilder kommen ebenso zur Sprache – kritisch, aber nie plakativ. Die Perspektiven wechseln nicht nur zwischen der deutschen und der türkischen Seite, sondern auch innerhalb der Gemeinschaft. Eifersucht, Eitelkeit und familiäre Konflikte verbinden Menschen unabhängig von Herkunft, heißt es erfahren und humorvoll zugleich.

Durch pointierte Dialoge und klare, humorvolle Szenen regte das Ensemble dazu an, eigene Denkmuster zu hinterfragen und Perspektiven zu wechseln. Dieser Theaterabend markierte den Abschluss der Interkulturellen Wochen 2026 im Landkreis Eichstätt. Die vielen Veranstaltungen boten Raum für Begegnungen, Austausch und ein respektvolles Miteinander – mit einem Augenzwinkern, das im Gedächtnis bleibt.

Quelle: Lkr. Eichstätt / Pressemitteilung – Petra Preis  / Foto: Katharina Lebok, Landkreis Eichstätt