(ka) Nach der erfolgreichen Generalsanierung des Eichstätter Doms zieht das Bistum eine durchweg positive Bilanz: Trotz Verzögerungen und den Herausforderungen durch die Corona-Pandemie konnte das große Projekt erfolgreich umgesetzt werden – und das sogar unter den ursprünglich geplanten Kosten. „Das ist einfach sensationell. Wir haben clever gewirtschaftet und bekommen nun rund 270.000 Euro zurück,“ hebt Domkapitular Reinhard Kürzinger, der Summus Custos („oberster Hüter“) des Doms, hervor.

Die Sanierung war ursprünglich mit etwa 17,9 Millionen Euro veranschlagt, doch die endgültige Kostenrechnung beläuft sich auf ca. 15 Millionen Euro – was eine Einsparung von rund drei Millionen Euro bedeutet. Auch der staatliche Anteil fiel entsprechend niedriger aus: Der Freistaat Bayern hat etwa 9,7 Millionen Euro beigesteuert, während die Kirche rund 5,3 Millionen Euro übernommen hat. Die Rückzahlung von etwa 270.000 Euro resultiert aus der abschließenden Abrechnung der kirchlichen Mittel. Zu Beginn des Projekts waren die Kostenanteile zwischen Staat und Kirche auf Basis von Schätzungen festgelegt worden. Der kirchliche Anteil wurde vom Bistum in mehreren Raten vorfinanziert, und da die tatsächlichen Kosten nun niedriger sind als ursprünglich angenommen, erhält die Diözese den überschüssigen Betrag zurück.

Ein wesentlicher Grund für die Einsparungen liegt in der effizienten Organisation vieler Maßnahmen, die in Eigenregie durchgeführt wurden. Dazu zählten unter anderem die Reinigung der Orgel, die Renovierung der Sakristei, die Schaffung eines barrierefreien Zugangs und die Installation moderner Lüftungsanlagen. Auch eine neue Löschanlage wurde eingebaut – eine Maßnahme, die als Konsequenz aus dem Brand der Kathedrale Notre-Dame in Paris entstand. Die Neugestaltung des Altarraums konnte vollständig durch private Spenden finanziert werden, darunter Beiträge von Domkapitularen, dem damaligen Bischof und Erlösen aus einem Pfarrfest der Dompfarrei.

Doch nicht nur die finanziellen Aspekte sind erfreulich, auch die Ergebnisse der Bauarbeiten sprechen für sich. „Viele Menschen sagen uns: Der Dom ist schön geworden – so hell und warm,“ berichtet Kürzinger. „Das zeigt, dass sich der Einsatz auf allen Ebenen wirklich gelohnt hat.“ Dennoch bleibt die Pflege des Doms auch nach der erfolgreichen Sanierung eine dauerhafte Herausforderung. Momentan werden zum Beispiel Motoren in den Glockenstuben ersetzt, die noch aus den 1950er Jahren stammen und nicht Teil der Sanierung waren. Ebenso soll die Turmuhr, die seit einigen Wochen stillsteht, bis Ostern wieder in Betrieb genommen werden. „Bei einem so bedeutenden Baudenkmal hört die Arbeit nie auf,“ erklärt Kürzinger und betont die wichtige Rolle der Fachleute vor Ort: Mitarbeitende des Diözesanbauamts und Kirchenmaler kümmern sich kontinuierlich um den Erhalt des Doms.

*Bildunterschrift: Die Altarinsel im neu renovierten Dom / Foto: Konrad Fleckenstein -pde