(ka) Knappe 1.400 Auszubildende starten am 01.09.2026 in der Region ihre Lehre. Die IHK sieht allerdings, dass sich die angespannte Lage auf dem Ausbildungsmarkt weiter verschärft. Insgesamt sinkt die Zahl der Ausbildungsanfänger in Ingolstadt, Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen dieses Jahr um 21 Prozent. Nur im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen gibt es einen leichten Anstieg von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den Jungen liegen Berufe in Mechatronik, Elektrotechnik und Informatik klar vorn, bei den Mädchen bevorzugen viele kaufmännische Ausbildungswege.
„Am ersten Tag der Ausbildung steht vor allem die Freude über so viele junge Talente im Vordergrund, die sich für eine berufliche Zukunft entschieden haben. Das ist ein Tag voller Zuversicht. Allen Azubis, Ausbilderinnen und Ausbilder in den Betrieben sowie den Lehrkräften an den Berufsschulen wünsche ich einen guten Start ins neue Ausbildungsjahr“, sagt IHK-Präsident Peter Inselkammer.
Gleichzeitig bleibt festzuhalten: Die Lage am Ausbildungsmarkt bleibt angespannt. Aus Sicht der Betriebe mit freien Plätzen fehlt es oft am Interesse oder an der Ausbildungsreife der Bewerberinnen und Bewerber. Die wirtschaftliche Krise am Markt verunsichert vor allem Industrie-Betriebe. Andere Bereiche ziehen dagegen Lernende an, etwa schulische Ausbildungen im öffentlichen Sektor, Gesundheits- und Pflegeberufe sowie das Handwerk.
Die IHK erwartet in den kommenden Wochen noch viel Bewegung. Verträge werden zunehmend auch im September und Oktober abgeschlossen, daher lässt sich eine belastbare Bilanz erst am Jahresende ziehen.
In einer aktuellen IHK-Umfrage geben rund die Hälfte der Betriebe an, dass Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben sind. Hauptgrund ist oft fehlendes oder ungeeignetes Bewerbungsinteresse. 94 Prozent der Betriebe bemängeln Defizite bei den Bewerbern, vor allem bei Soft Skills wie Belastbarkeit, Disziplin, Leistungsbereitschaft und Engagement. Dafür machen sie gute Englischkenntnisse, Teamfähigkeit sowie IT- und Medienkompetenz der Kandidatinnen und Kandidaten positiv bemerkbar.
