(ka) Die Hauptverhandlung vor dem Landgericht München II zu den Millioneninvestments des Bistums Eichstätt in den USA bleibt auch drei Monate nach Prozessbeginn voller Fragen. In der Verhandlung am Dienstag nannte ein früherer leitender Angestellter des Bistums die internen Abläufe 2017 schlicht als „chaotisch“. Der Bistumsleitung attestierte der Zeuge eine gewisse Unbedarftheit. Am Donnerstag, dem inzwischen 15. Prozesstag, sollten Zahlen Klarheit bringen – doch die Befragung eines Wirtschaftsprüfers brachte wenig Neues.
Das Bistum Eichstätt zählt dank teurer Kirchensteuereinnahmen und viel Immobilienbesitz zu den finanzstärkeren Diözesen in Deutschland. Vor gut zehn Jahren gingen dort über 40 Millionen Euro durch Immobilienprojekte in den USA verloren. Am kommenden Donnerstag melden sich eine Vermögensverwalterin und ein Vermögensverwalter einer Stiftung zu den US-Investitionen zu Wort. Am selben Nachmittag steht außerdem eine Steuerfahnderin zu den Ermittlungen im Steuerstrafverfahren auf dem Plan.
Dem ehemaligen stellvertretenden Finanzdirektor des Bistums und einem Geschäftspartner wird Untreue und Bestechlichkeit in mehr als 20 Fällen vorgeworfen. Sie sollen mit fragwürdigen Immobiliengeschäften in den USA Millionen der Diözese versenkt haben.
Quelle: Pressemitteilung – Die Tagespost.de / Esther Krosigk / Bild von Dieter Ludwig Scharnagl auf Pixabay
