(ka) Bayerns Innenminister Joachim Herrmann stellt Verkehrsunfallstatistik 2025 vor: Mehr Verkehrsunfälle und leichte Zunahme bei Verkehrstoten – Zahl der Schwerverletzten auf Allzeittief – Deutlicher Rückgang bei getöteten Radfahrern – Schwerpunkte für 2026 angekündigt
Die bayerische Polizei hatte letztes Jahr 2025 weniger Schwerverletzte im Straßenverkehr, aber leider etwas mehr Tote. Dafür sind weniger Radfahrer ums Leben gekommen. Innenminister Joachim Herrmann meinte dazu in München: Unser Verkehrssicherheitsprogramm ‚Bayern mobil – sicher ans Ziel‘ scheint zu wirken. Trotzdem mahnte er: 507 Verkehrstote sind immer noch viel zu viele. Jeder Einzelne ist einer zu viel. Für 2026 sind darum einige neue Aktionen geplant, um die Straßen in Bayern noch sicherer zu machen. Besonders im Blick hat man dabei die Landstraßen.
2025 gab es in Bayern insgesamt 387.656 Verkehrsunfälle, das sind etwas mehr als 2024 (381.063). Das liegt vor allem daran, dass es immer mehr Autos gibt – 2025 waren es rund 10,9 Millionen. Die Zahl der Verletzten blieb mit 62.419 ungefähr gleich (2024: 62.191). Bei den Schwerverletzten gab es mit 8.727 sogar einen neuen Tiefstand (2024: 9.024). Traurigerweise sind 2025 insgesamt 507 Menschen im Straßenverkehr gestorben. Das sind zwölf mehr als 2024. Nach ein paar Jahren, in denen es weniger wurden, ist das also wieder ein leichter Anstieg. Aber langfristig gesehen geht es trotzdem runter. Wir werden weiter alles geben, um die Zahl der Verkehrstoten zu senken, so Herrmann.
Die meisten tödlichen Unfälle passieren nach wie vor auf Landstraßen außerhalb von Ortschaften. Dort starben 313 Menschen, 16 mehr als im Vorjahr. Ungefähr 60 Prozent der Verkehrstoten in Bayern sterben auf Landstraßen. Die häufigste Ursache ist zu schnelles Fahren und nicht angepasste Geschwindigkeit. Das war 2025 bei 128 Unfällen der Grund, also rund ein Viertel aller tödlichen Unfälle in Bayern.
Herrmann freute sich über die Entwicklung beim Radverkehr: Nachdem die Zahl der getöteten Radfahrer ein paar Jahre lang gestiegen war, ist sie jetzt um zwölf Personen auf 82 gesunken (2024: 94). Fast die Hälfte davon (39) waren mit einem E-Bike unterwegs (2024: 42). Insgesamt gab es 2025 etwas mehr Verkehrsunfälle mit Radfahrern (rund 19.800) als 2024 (19.264). Dabei wurden 18.451 Radfahrer verletzt (2024: 17.857). Wir tun weiterhin alles dafür, dass Radfahren in Bayern sicherer wird. Wir achten streng auf die Fahrradwege und wollen vor allem die Infrastruktur verbessern. Zusammen mit den Gemeinden sollen bis 2030 1.500 Kilometer neue Radwege entstehen, erklärte Herrmann. Mittlerweile sind in Bayern über 800 Polizisten auf Fahrradstreife unterwegs.
Auch 2025 zeigte sich wieder, wie gefährlich Alkohol und Drogen am Steuer sind. Die Zahl der Alkoholunfälle ist um 1,5 Prozent auf 4.857 gestiegen. Dabei starben 30 Menschen (2024: 36). Die Zahl der Drogenunfälle ist zwar um 3,5 Prozent auf 692 gesunken, aber trotzdem starben dabei 16 Menschen. Außerdem wurden deutlich mehr Fahrer unter Drogeneinfluss erwischt, nämlich 9,4 Prozent mehr. Mehr als die Hälfte davon hatte Cannabis konsumiert. Die ‚Ampel‘-Regierung hat mit der Legalisierung von Cannabis einen Fehler gemacht, der schlimme Folgen hat. Wir sehen jetzt: Mehr Fahrten unter Cannabiseinfluss bedeuten mehr Gefahren für alle im Straßenverkehr. Darum fordere ich ganz klar: Die Gesetze müssen zum Schutz der Verkehrssicherheit geändert werden, sagte Herrmann.
Herrmann sprach auch über die Pläne des Bundesverkehrsministeriums, die Fahrschulausbildung in Deutschland billiger und einfacher zu machen. Es stimmt, dass die Führerscheinkosten in den letzten Jahren stark gestiegen sind und für viele junge Leute und ihre Familien ein großes Problem darstellen. Aber es ist auch klar: Die Unfallzahlen bei jungen Fahranfängern sind in den letzten Jahren stark gesunken. Das darf man durch solche Änderungen nicht kaputt machen. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten, an denen junge Leute zwischen 18 und 24 Jahren beteiligt waren, ist im letzten Jahr auf 10.492 gesunken (2024: 10.660). 2019 waren es noch 13.047. Herrmann sagte weiter: Eine Reform der Fahrschulausbildung darf nicht dazu führen, dass die Ausbildung schlechter wird und die Prüfungen leichter werden. Denn das ist wichtig für die Verkehrssicherheit und sorgt dafür, dass Fahranfänger gut vorbereitet am Straßenverkehr teilnehmen.
Für 2026 sind einige neue Aktionen geplant. Das ganze Jahr über will man sich auf die Sicherheit auf Landstraßen konzentrieren, zum Beispiel bei den großen Aktionen der bayerischen Polizei im Juni 2026. Außerdem will die Polizei verstärkt gegen zu schnelles Fahren vorgehen und mehr Geschwindigkeitskontrollen durchführen. Auch der Schwerverkehr wird dieses Jahr wieder verstärkt kontrolliert. Besonders achtet die Polizei auf die Fahrtüchtigkeit der Fahrer, vor allem in Bezug auf Alkohol, Cannabis und andere Drogen. Seien Sie ein gutes Beispiel im Straßenverkehr. Halten Sie sich an die Regeln. Und nehmen Sie den Fuß vom Gas, appellierte der Innenminister.
Quelle: STMI Bayern – Pressemitteilung – Oliver Platzer
