(ka) Gestern, am Donnerstagabend (18.06.2026), gegen 18:45 Uhr, löste die Feuerwehr Ingolstadt einen Ammoniakaustritt im Betrieb des Schlachthof an der Scheelestraße aus. Schon beim Eintreffen der ersten Kräfte der Feuerwehr roch es deutlich nach Ammoniak. Die Mitarbeiter der betroffenen Firmen waren bereits ins Freie gegangen.

Ein Erkundungstrupp der Feuerwehr identifizierte einen massiven Gasaustritt. Wegen der hohen Gefahrkonzentration war ein weiteres Vorgehen in das Gebäude zunächst nicht möglich. Mit Chemikalienschutzanzügen ausgerüstete Atemschutztrupps betreten die Einsatzkräfte das Gebäude, erkunden die Lage und lokalisieren die Austrittsquelle.

Parallel liefen umfangreiche Maßnahmen zur Gefahrenabwehr. Mehrere Großlüfter der Werkfeuerwehr Audi setzten ein, um das große Objekt zu belüften. Geöffnete Türen, Tore und Fenster sorgten für eine bessere Luftzirkulation. Zudem wurden große Wassermengen eingesetzt, um das Ammoniak-Gas zu binden und die Ausbreitung zu verringern.

Wegen der vorherrschenden Windrichtung wurden vorsorglich Gebäude entlang der Ida-Noddack-Straße in Ingolstadt evakuiert. Die Ingolstädter Polizei sperrte das Gebiet großräumig ab. Bevölkerung und Anwohner wurden über Warn-Apps und die Social-Media-Kanäle der Einsatzorganisationen aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und den Bereich zu meiden.

Die Lüftungsarbeiten gestalteten sich aufgrund der großen Menge Ammoniak und der Größe des Objekts als äußerst aufwendig und dauerten bis in die heutigen frühen Morgenstunden des Freitags (19.06.2026) an. Anschließend konnte die Einsatzstelle der Feuerwehr schrittweise zurückgebaut werden.

Nach dem aktuellen Stand wurden sieben Mitarbeitende in umliegende Krankenhäuser gebracht, weitere 13 Personen vor Ort betreut. Während des Einsatzes mussten außerdem 11 Kräfte rettungsdienstlich versorgt werden. Ein Feuerwehrangehöriger wurde zur weiteren medizinischen Abklärung in ein Krankenhaus gebracht.

An dem Großeinsatz waren knappe 160 Einsatzkräfte der Feuerwehr beteiligt, dazu 51 Helferinnen und Helfer des Rettungs- und Sanitätsdienstes sowie zahlreiche Kräfte der Polizei. Der Rettungsdienst war mit 24 Fahrzeugen vor Ort. Im Einsatz standen die Berufsfeuerwehr Ingolstadt, mehrere Freiwillige Feuerwehren aus dem Stadtgebiet, die Freiwilligen Feuerwehren aus Manching und Kösching, die Werkfeuerwehr Audi, der Rettungsdienst mit Sanitätseinsatzleitung, Notärzten und Rettungswagen sowie die Polizei.

Quelle: PI Ingolstadt / Berufsfeuerwehr Ingolstadt / Bild von Jonas Augustin auf Pixabay