(ka) Rund 60 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland pendeln, was auch für die Region 10 gilt, zu der die Landkreise Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen und das Stadtgebiet Ingolstadt gehören. Obwohl Homeoffice mittlerweile viele Möglichkeiten bietet, ist das Pendeln zwischen Wohnort und Arbeitsplatz weiterhin ein fester Bestandteil des Arbeitslebens.
„Die Mobilität der Arbeitnehmer spielt eine entscheidende Rolle, um das Angebot und die Nachfrage an Arbeitsplätzen geografisch auszugleichen. Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind viele bereit, längere Pendelstrecken in Kauf zu nehmen“, erklärt Peter Kundinger, Pressesprecher der Agentur für Arbeit Ingolstadt.
**Unterschiede zwischen Ingolstadt und den Landkreisen**
Laut der aktuellen Pendlerstatistik wohnten zum Stichtag 30. Juni 2025 in der Region 10 insgesamt 231.627 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Dies sind rund 1.400 mehr als im Vorjahr und etwa 10.000 mehr als vor einem Jahrzehnt.
Im Gegensatz dazu ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze leicht rückläufig. Im Jahr 2023 gab es noch 226.359 Arbeitsplätze, jetzt sind es 225.364. Dieser Rückgang betrifft ausschließlich das Stadtgebiet Ingolstadt, wo zwischen Juni 2024 und Juni 2025 fast 500 Arbeitsplätze verloren gingen. In den Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen wurden hingegen geringfügige Zuwächse registriert: Eichstätt (+234), Neuburg-Schrobenhausen (+133) und Pfaffenhofen (+109).
In Ingolstadt waren zum Stichtag 102.392 Beschäftigte sozialversicherungspflichtig angestellt, während nur 66.026 dort wohnen. Von den Einwohnern Ingolstadts haben 40.891 sowohl ihren Wohn- als auch ihren Arbeitsort in der Stadt. 61.467 Pendler kommen von außerhalb zur Arbeit nach Ingolstadt, während 25.132 Menschen die Stadt für ihre Arbeitsstelle verlassen, hauptsächlich in Richtung Eichstätt (7.606), München (4.580) und Pfaffenhofen (4.259).
**Pendlerströme in den Landkreisen**
Im Landkreis Eichstätt leben 59.522 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, von denen lediglich 42.860 in der Region arbeiten. Täglich pendeln mehr als 20.000 Beschäftigte in den Landkreis, während rund 37.000 auspendeln, vornehmlich nach Ingolstadt (24.235), Pfaffenhofen (2.023), München (2.014) und Neuburg-Schrobenhausen (1.338). Insgesamt wohnen und arbeiten 22.608 Menschen im Landkreis Eichstätt.
Dem ähnlich ist die Situation im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen: Dort haben 44.834 Beschäftigte ihren Wohnsitz, jedoch nur 33.208 ihren Arbeitsplatz vor Ort. Täglich verlassen 23.544 Personen den Landkreis (im Vergleich zu 11.904 Einpendlern), vor allem in Richtung Ingolstadt (8.272), Pfaffenhofen (3.295), München (2.235), Donauwörth (1.824) und Eichstätt (1.739). 21.289 Bürger wohnen und arbeiten im Landkreis.
Im Landkreis Pfaffenhofen arbeiten am 30. Juni 2025 insgesamt 46.904 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, während hier 61.245 wohnen. Täglich pendeln knapp 22.200 Menschen in die Region, während 36.559 Arbeitnehmer von außerhalb zur Arbeit kommen, vor allem nach München (10.824), Ingolstadt (10.778), Freising (2.475) und Eichstätt (2.192). Rund 24.700 Einwohner leben und arbeiten im Landkreis Pfaffenhofen.
**Pendlerbilanz**
Wenn man die Auspendler von den Einpendlern abzieht, zeigt sich im Stadtgebiet Ingolstadt ein Plus von 36.335 Einpendlern. Im Gegensatz dazu weisen die Landkreise Eichstätt (-16.681), Neuburg-Schrobenhausen (-11.640) und Pfaffenhofen (-14.360) jeweils einen deutlichen Rückgang auf. „Es ist häufig so, dass Wohn- und Arbeitsort nicht übereinstimmen. In unserer industriell geprägten Region, in der Wohnraum in der Nähe des Arbeitsplatzes oft teuer ist, bevorzugen viele das Pendeln gegenüber einem Umzug“, erläutert der Pressesprecher.
**Hohe Pendlerfrequenz auch in kleinen Gemeinden**
Besonders bemerkenswert ist, dass in vielen, auch kleinen, Kommunen der Region oft nahezu genauso viele Einpendler wie Arbeitsplätze und fast so viele Auspendler wie dort wohnende sozialversicherungspflichtig Beschäftigte zu finden sind. Ein Beispiel ist Lenting: Dort gibt es 1.284 Arbeitsplätze, von denen 1.128 durch Einpendler besetzt sind. Gleichzeitig wohnen 2.282 Beschäftigte in Lenting, wobei die meisten – 2.106 – außerhalb arbeiten. Nur 156 haben sowohl Wohn- als auch Arbeitsort in Lenting. Ähnlich verhält es sich in Weichering, wo von 343 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen 289 Einpendler stammen, während 1.050 der 1.104 Wohnort-Beschäftigten auswärts arbeiten. Hier haben 54 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte ihren Wohn- und Arbeitsort in Weichering.
Quelle: Pressemitteilung / ARGE Ingolstadt – Peter Kundinger
