(ka) Nach einem tödlichen Unfall auf der Autobahn A6 bei Nürnberg kursiert ein Video eines brennenden Verletzten in sozialen Medien. Die bayerische Polizei ermittelt nun wegen der Verletzung von Persönlichkeitsrechten und unterlassener Hilfeleistung. Der Vorfall ereignete sich am 12. Januar 2026, als ein bislang unbekannter Mann einen schwer verletzten und brennenden Unfallbeteiligten filmte und das Material anschließend online stellte, wie die Behörden berichteten.

Die Ermittler bezeichnen das Video als „geschmacklos“. Die Untersuchung konzentriert sich auf die Verletzung von Persönlichkeitsrechten und die unterlassene Hilfeleistung, um den Urheber des Clips ausfindig zu machen.

Der Unfall ereignete sich Mitte Januar bei Feucht im Landkreis Nürnberger Land. Auf glatter Fahrbahn kam es zu einem schweren Zusammenstoß, bei dem eine Person starb. Ein 64-jähriger Mann wurde so schwer verletzt, dass er brennend aus seinem Fahrzeug gerettet werden musste. Ersthelfer löschten die Flammen, bevor der Mann in kritischem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Polizei wurde erst einige Tage nach dem Unfall durch Hinweise aus der Öffentlichkeit auf das Video aufmerksam. «Wir gehen davon aus, dass die Person, die gefilmt hat, im Stau stand», erklärte ein Polizeisprecher.

Die Ermittler sind über das Verhalten des mutmaßlichen Filmers entsetzt. „Das Filmen ist bereits äußerst geschmacklos, und es online zu stellen, setzt dem Ganzen die Krone auf“, äußerte sich der Polizeisprecher. Die Polizei weist darauf hin, dass Gaffer je nach Tatbestand mit Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen rechnen müssen. Verkehrsteilnehmer sind verpflichtet, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu helfen oder zumindest Rettungskräften Platz zu machen und die Würde der Betroffenen zu achten.

Quelle: Pressmitteilung/ BR/blue News Redaktion/PI Nürnberg/