(ka) Ein Tippfehler im Cockpit hat laut Polizei Nürnberg den Entführungsalarm am Flughafen Nürnberg ausgelöst. Der Pilot der Maschine soll nach aktuellen Ermittlungen eigentlich nur einen Funkausfall melden wollen und dabei versehentlich den Code für eine Flugzeugentführung eingegeben haben, sagte ein Polizeisprecher der Polizeipräsidium Mittelfranken gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Laut Polizei war außerdem das Funkgerät der Boeing 737-800 defekt. Nach dem Start auf der griechischen Insel Korfu war die Crew deshalb nicht mehr erreichbar. Statt des Funkausfall-Codes funkte der Transponder 7500 – der Code für eine Entführung.

Bereits im Moment des Eingabefehlers war dem Piloten offenbar noch nicht klar, dass er da einen Fehler gemacht hatte, erklärte Polizeisprecher Michael Petzold. Nachdem die Corendon Airlines-Maschine aber mehr als die Hälfte der Strecke von Militärflugzeugen begleitet worden war, merkte er den Fauxpas luonn. Einmal gesendete Codes ließen sich nicht mehr zurücknehmen. Gegen den Piloten wird nicht ermittelt, da mutmaßlich keine absichtliche Handlung vorlag.

Wegen des Alarms waren am Dienstag (13.10.2026) in Nürnberg unter anderem eine Verhandlungsgruppe, die sich mit Entführer-Kontakten auskennt, sowie das Unterstützungskommando (USK) der Bayerischen Polizei im Einsatz.

Schon im kroatischen Luftraum hatten Militärflugzeuge die Maschine begleitet. Abfangjäger des österreichischen Bundesheeres wurden alarmiert. Im deutschen Luftraum eskortierten zwei Eurofighter des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74 das Flugzeug bis Nürnberg.

Zwischen Notsignal und Landung blieb den Einsatzkräften weniger als eine Stunde, um zu reagieren, so Petzold. „Es war eine extrem beeindruckende Leistung.“ Die Polizei sei in kürzester Zeit auf den schlimmsten Fall vorbereitet gewesen.

Erstmeldung: Nach einem Alarm ist der Flugbetrieb in Nürnberg wieder aufgenommen worden

Quelle:  Pressemitteilung /  DieBayern.de News / Polizeipräsidium Mittelfranken / Foto von Jens Kreuter auf Unsplash