(ka) Zum Krankenhausreport 2026 der Barmer, der den Schwerpunkt Notfallversorgung behandelt, erklärt der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Dr. Gerald Gaß:
„In ihrem neuesten Krankenhausreport stellt die Barmer zutreffend fest, dass die Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser zunehmend überlastet sind und die Fallzahlen steigen. Einerseits liegt die Überlastung an der Vielzahl sogenannter Bagatellfälle, also Fällen, die keiner sofortigen Notfallbehandlung bedürfen, oder harmlosen Leiden, die mit Hausmitteln oder von selbst abheilen. Andererseits liegt sie an der unzureichenden Finanzierung der Notaufnahmen, die eine adäquate Personalausstattung nicht zulässt. Es braucht also einen Dreiklang, um diese Probleme zu lösen: Notaufnahmen müssen ausreichend finanziert sein, Patientinnen und Patienten benötigen Versorgungsangebote im niedergelassenen Bereich und die Gesundheitskompetenz der Menschen muss sich verbessern. Gerade im letzten Punkt sind die Krankenkassen gefragt – die gesetzlichen wie die privaten. Die Patientinnen und Patienten müssen wieder verstehen, dass Erkältungen, Schürfwunden, verstauchte Finger und Ähnliches keine Fälle für die Notaufnahme sind, oftmals von selbst abheilen oder überhaupt keiner ärztlichen Versorgung bedürfen. In Vorbereitung der Notfallreform müssen zudem Einrichtungen wie die Vermittlungsnummer 116 117 in ihrer Funktion bekannter werden. Die Krankenkassen hätten mit ihrem direkten Draht zu den Versicherten und ihren umfangreichen Etats für Öffentlichkeitsarbeit hier gute Möglichkeiten, die Situation konkret zu verbessern.
