(ka) Die tschechische Regierung plant, künftige Preiserhöhungen mit einem umfassenden Maßnahmenpaket zu verhindern. Davon profitieren auch deutsche Autofahrer, die zum Tanken nach Tschechien fahren.
Als Reaktion auf die aktuelle Energiekrise, die durch den Iran-Krieg ausgelöst wurde, setzt Tschechien Obergrenzen für die Kraftstoffpreise an Tankstellen. Das Finanzministerium in Prag hat erstmals Höchstpreise veröffentlicht, die ab Mittwoch gelten sollen. Diese liegen bei 43,15 Kronen (etwa 1,76 Euro) pro Liter Benzin und 49,59 Kronen (rund 2,02 Euro) pro Liter Diesel. Die Preisobergrenzen werden voraussichtlich täglich angepasst.
Zu den Maßnahmen gehören neben der Begrenzung der Margen von Mineralölunternehmen auch eine Senkung der Verbrauchsteuer auf Diesel. Die Regierung hat erklärt, mit diesem Paket den allgemeinen Anstieg der Kraftstoffpreise zu dämpfen und lokale Preisspitzen zu verhindern. Experten glauben, dass die Regelungen besonders in Prag und an Autobahnen Wirkung zeigen, da dort oft die höchsten Preise verlangt werden.
Tschechien verfügt über ein dichtes Tankstellennetz, dessen größte Betreiber der polnische Konzern Orlen und das ungarische Unternehmen Mol sind. Außerdem betreibt der Staatsbetrieb Cepro 209 Tankstellen unter der Marke Eurooil und 75 unter dem Namen Robin Oil. In letzter Zeit haben viele Autofahrer aus dem nahegelegenen deutschen Grenzgebiet die vergleichsweise niedrigen Spritpreise genutzt. Dabei müssen jedoch die Zoll-, Steuer- und Gefahrgutbestimmungen beachtet werden.
