(ka) Obwohl die Lage im Einzelhandel für viele Unternehmen auch aufgrund der schwachen Konsumlaune schwierig bleibt, rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) mit einem stabilen Weihnachtsgeschäft auf Vorjahresniveau. Dafür sprechen auch die Ergebnisse einer repräsentativen Verbraucherumfrage im Auftrag des HDE: Die Kundinnen und Kunden wollen ihre Ausgaben für Geschenke weitgehend konstant halten.

Viele Handelsunternehmen sehen sich vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts mit steigenden Kosten für Energie und Personal sowie ausufernder Bürokratie konfrontiert. Das trage nicht zu einer optimistischen Einschätzung der Geschäftslage bei, erklärt HDE-Präsident Alexander von Preen. Dennoch seien die Kundinnen und Kunden in Weihnachtsstimmung und planten ähnlich hohe Geschenkausgaben wie im Vorjahr. Es gebe Anzeichen dafür, dass Weihnachten der Krise trotzen könne.

Die vom HDE beauftragte Umfrage des Handelsblatt Research Institute unter mehr als 2.000 Personen zeigt: Für Weihnachtsgeschenke plant jede Person 2026 durchschnittlich 262 Euro ein. Damit bleibt der Betrag gegenüber 2025 nahezu unverändert – damals waren es 263 Euro. Mehr als die Hälfte der Befragten will genauso viel ausgeben wie im Vorjahr. Zehn Prozent planen höhere, 24 Prozent geringere Ausgaben.

Auch eine aktuelle HDE-Umfrage unter 300 Handelsunternehmen in ganz Deutschland lässt eine gewisse Zuversicht erkennen: 29 Prozent der Händler gehen davon aus, dass sich die Kunden auch in schwierigen Zeiten die Freude am Weihnachtseinkauf nicht nehmen lassen. Knapp ein Viertel ist überzeugt, dass der Kauf von Geschenken nicht unter der schlechten Stimmung leiden wird.

Insgesamt überwiegen jedoch die skeptischen Einschätzungen: Im Nicht-Lebensmittelhandel erwarten 56 Prozent ein schlechteres oder deutlich schlechteres Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr. Angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rechnet der HDE für November und Dezember mit einem nominalen Umsatzplus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit würde der Einzelhandel in den letzten beiden Monaten des Jahres insgesamt 129,2 Milliarden Euro umsetzen.

Das Weihnachtsgeschäft bleibe trotz des schwierigen Umfelds und vieler Ungewissheiten stabil, Weihnachten zeige sich krisenfest, so von Preen. Der Onlinehandel wird der HDE-Prognose zufolge zum Jahresende der Wachstumstreiber sein. Seine Weihnachtsumsätze dürften gegenüber 2025 nominal um 4,1 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro steigen.

Quelle: Handelsverband Deutschland / Pressemitteilung – Stefan Hertel / Foto von Arnel Hasanovic auf Unsplash