(ka) Der Ausbildungsmarkt in der Region Ingolstadt bleibt stabil, auch wenn die Rahmenbedingungen spürbar sind. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen sank im Vergleich zum Vorjahr deutlich.
Insgesamt gab es in der Region 10 mehr Ausbildungsplätze zu besetzen, als Jugendliche bei der Berufsberatung gemeldet waren. Positiv: Zu Beginn des Ausbildungsjahres blieben nur 43 junge Menschen ohne Berufsausbildung und ohne Plan.
„Der Ausbildungsmarkt bleibt heuer herausfordernd, bietet aber nach wie vor gute Chancen“, sagt Johannes Kolb, Leiter der Agentur für Arbeit Ingolstadt.
Ausbildungsstellenangebot nimmt ab
Für das Beratungsjahr 2025/2026 meldeten die Ausbildungsbetriebe der Agentur für Arbeit Ingolstadt und der Geschäftsstellen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen insgesamt 3.178 Berufsausbildungsplätze. Gegenüber dem Vorjahr minus 690 Plätze – eine Reduktion von 18 Prozent.
Aufgeschlüsselt: In der Stadt Ingolstadt gingen die gemeldeten Plätze von 1.172 auf 908 zurück. Im Landkreis Eichstätt sank das Angebot um 222 auf 858. Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen schrumpfte es um 67 auf 640, und im Landkreis Pfaffenhofen reduzierten sich die Lehrstellen um 137 auf 772.
Zum Stichtag 30.09. waren in der Region Ingolstadt noch 460 Ausbildungsstellen unbesetzt – im Vorjahr waren es 513. Schwerpunktbereiche sind Handwerk (Verkauf und Fachverkauf), Sanitär/Heizung, Metallbearbeitung sowie Gesundheit (Arzt- und Praxishilfen).
Bewerberinteresse für eine betriebliche Ausbildung bleibt stabil
Von Oktober 2025 bis September 2026 unterstützte die Berufsberatung 2.647 Ausbildungsinteressierte bei der Suche nach einer Lehrstelle. Das entspricht einer leichten Steigerung um 9 Personen (0,3 Prozent).
Rechnerisch ergeben sich damit 85 Bewerberinnen und Bewerber pro 100 Stellen. Auf Stadt- und Landkreisebene gab es kleine Verschiebungen: In der Stadt Ingolstadt stieg die Zahl der Interessierten auf 903 (+25), im Landkreis Eichstätt auf 668 (+12). Dagegen nahmen Neuburg-Schrobenhausen auf 564 (-3) und Pfaffenhofen auf 512 (-25) ab.
Nach Herkunft: 1.921 Personen (−73) haben deutsche Staatsangehörigkeit, 726 Personen (+82) sind Nichtdeutsche, darunter 320 Personen (+63) im Kontext von Fluchtmigration. Beziehungsweise: 40 Prozent der Bewerberinnen und Bewerber gaben den Realschulabschluss an, 39 Prozent den Hauptschulabschluss und 14 Prozent die Fach- bzw. Hochschulreife.
Verbleib der Bewerber
Zum Ausbildungsstart suchten am 30.09. noch 43 Bewerber aktiv nach einer Ausbildung oder einem dualen Studium (Vorjahr: 74). Alle anderen hatten sich bereits entschieden oder eine Alternative gefunden.
Im Detail: 2.604 Jugendliche meldeten sich bei der Berufsberatung ab. Von ihnen begannen rund 54 Prozent eine Berufsausbildung. 20 Prozent besuchen künftig die Schule, machen Praktikum oder starten ein Studium. 7 Prozent nahmen eine Erwerbstätigkeit auf oder begannen eine Fördermaßnahme zur Berufsvorbereitung.
„Der Einstieg in die Ausbildung ist bis Jahresende noch gut möglich. Unsere Berufsberatung und der Arbeitgeberservice bleiben dran, damit Suchende passende offene Stellen finden. Die Dynamik des Ausbildungsmarkts zeigt sich oft erst in den kommenden Wochen, wenn sich erneut Bewerberinnen und Bewerber melden und Betriebe mit offenen Angeboten auf uns zukommen.“ so der Agenturchef.
