(ka) Die erste Betriebsversammlung des Jahres bei Audi in Ingolstadt drehte sich um die Sicherung der Arbeitsplätze, die Auslastung und die Investitionen am Standort. Der Betriebsrat machte deutlich, dass die Zusagen aus der Zukunftsvereinbarung weiterhin gelten und so eine stabile Grundlage für die Mitarbeitenden schaffen. Besonders wichtig seien Investitionen in Infrastruktur, Prozesse und Weiterbildung, um die Wettbewerbsfähigkeit des Werks zu erhalten. Die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Karola Frank brachte es auf den Punkt: Nur mit entschlossenen Investitionen heute lassen sich Arbeitsplätze und die Stärke des Standorts langfristig sichern. Außerdem wurde die neue Betriebsvereinbarung „Transformation“ vorgestellt, die klare Regeln für einen fairen, sozial verantwortlichen Wandel festlegt.
Rund 6.000 Beschäftigte verfolgten die Versammlung in der vollen Halle B und an anderen Standorten. Jörg Schlagbauer, der Vorsitzende des Betriebsrats, führte durch das Programm. Er sprach über die Ergebnisse der letzten Betriebsratswahl, den Beginn der neuen Amtszeit und den Umgang mit den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen. Wichtig sei Zusammenhalt, Verantwortung und eine klare Haltung gegen Spaltung. Schlagbauer kündigte an, die Interessen der Mitarbeitenden weiterhin konsequent zu vertreten und strategische Entscheidungen genau zu begleiten. „Wir haben einen klaren Auftrag“, sagte er. „Wir geben Gas – mit Energie und voller Fahrt voraus.“
In ihrem Bericht unterstrich Karola Frank die Bedeutung der Zukunftsvereinbarung als Grundlage für stabile Verhältnisse am Standort. Für sie heißt Beschäftigungssicherung nicht nur Kündigungsschutz, sondern auch Arbeit, Auslastung und Perspektiven über viele Jahre hinaus. Die Verlängerung der Sicherung bis 2033, die gesicherte Produktion von Verbrenner-Modellen und klare Entscheidungen zu den Modellen seien dabei wichtige Erfolge. Frank machte deutlich, dass diese Vereinbarung auch künftig nicht zur Diskussion stehe – unabhängig davon, welche Pläne der VW-Konzern verfolgt.
Trotz der angespannten Lage seien Investitionen weiter unverzichtbar, betonte Frank. Gerade das geplante Bildungs- und Transformationszentrum, der Ausbau der industriellen Kompetenzen sowie moderne Logistik- und Produktionsstrukturen seien wichtig, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Ein weiterer Punkt war die neue Betriebsvereinbarung „Transformation“. Sie schafft verbindliche Regeln für einen sozialen Wandel, Nachbesetzungen, Dialog mit den Mitarbeitenden und Qualifizierung. So sollen Belastungen reduziert und alle frühzeitig auf Veränderungen vorbereitet werden. Für Frank sind Transparenz, Beteiligung und klare Perspektiven entscheidend, um die Belegschaft sicher durch die Transformation zu führen. Ihr Fazit: „Audi braucht Mut, konsequente Entscheidungen und starke Mitbestimmung – damit Zukunft in Ingolstadt nicht nur eine Vorstellung bleibt, sondern Realität wird.“
Audi-Chef Gernot Döllner berichtete, dass die Neuaufstellung in Ingolstadt konsequent vorangetrieben wird – technologisch, strukturell und gemeinsam mit der Belegschaft. „Wir stehen zu unseren Heimatstandorten. Ingolstadt und Neckarsulm sind wichtige Säulen unserer Wertschöpfung, die wir kontinuierlich weiterentwickeln. Dazu gehören klare Entscheidungen im Modellportfolio, Investitionen in neue Technologien und verlässliche Produktionsplanungen. Ein starkes Signal für Ingolstadt ist zudem der Audi A2 e-tron, der ab Herbst 2026 hier gebaut wird.“
Insgesamt finden bei Audi vier Betriebsversammlungen jährlich statt, die inzwischen fest im Kalender verankert sind. Sie bieten den Beschäftigten umfassende Informationen zur Arbeit des Betriebsrats und zur Lage des Unternehmens.
