(ka) Unter der Leitung der Kriminalpolizei Ingolstadt wurden am gestrigen Donnerstagabend (15.01.2026) mehrere Wohnungen durchsucht, weil der Verdacht bestand, dass dort kinder- und jugendpornografisches Foto- und Videomaterial besessen wird. Die betroffenen Wohnungen befinden sich in Ingolstadt sowie in den Landkreisen Eichstätt, Pfaffenhofen an der Ilm und Neuburg-Schrobenhausen.
An den richterlich angeordneten Durchsuchungen waren neben der Kriminalpolizei Ingolstadt auch Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei Eichstätt beteiligt. Insgesamt wurden 16 verdächtige Personen im Alter von 14 bis 61 Jahren angetroffen, was die Vollziehung der Durchsuchungsbeschlüsse ermöglichte.
Die Durchsuchungen fanden in mehreren Orten statt, darunter Ilmmünster, Scheyern, Pfaffenhofen, Schweitenkirchen und Vohburg (alle im Landkreis Pfaffenhofen) sowie Großmehring, Wettstetten, Mörnsheim, Buxheim, Beilngries und Kösching (alle im Landkreis Eichstätt), sowie in den Städten Ingolstadt und Neuburg.
Neben den Beamten der Kriminalpolizei waren auch Kräfte der Bereitschaftspolizei an den Durchsuchungen beteiligt. Insgesamt wurden 83 Beweismittel in Form von Mobiltelefonen, Computern, Tablets und anderen Datenträgern sichergestellt.
Die Tatsache, dass mehrere Jugendliche unter den Verdächtigen sind, war für die Beamten nicht überraschend. Momentan werden in Klassenchats sogenannte „Sticker“ verschickt – kleine Bilder von nackten, gezeichneten Animefiguren. Wenn die Nacktheit einer solchen Figur im Mittelpunkt des Bildes steht, reicht das bereits für den Verdacht auf Kinder- und Jugendpornografie aus, so die Polizeisprecherin. „Die Jugendlichen schicken diese Bilder ohne nachzudenken weiter. Das ist keine kriminelle Handlung, sondern eher ein Zeichen für mangelnde Aufklärung“, erklärt sie.
Es gab bisher keine Festnahmen. Die Auswertung der beschlagnahmten Beweismittel wird schätzungsweise mehrere Monate in Anspruch nehmen. Anschließend wird die Staatsanwaltschaft über mögliche Anklagen gegen die Verdächtigen entscheiden.
Die Kriminalpolizei betont, dass kinderpornografische Inhalte im Internet umgehend der zuständigen Polizeidienststelle gemeldet werden sollten. Wer in einem Chat mit kinderpornografischen Bildern oder Videos konfrontiert wird, sollte dies ebenfalls zur Anzeige bringen. Zudem riet eine Polizeisprecherin, dass Kindern erklärt werden sollte, dass es im Internet verbotene und jugendgefährdende Inhalte gibt.
Quelle: Polizeipräsidium Oberbayern Nord

