(ka) Seit 50 Jahren beraten Gesundheitsämter rund um Schwangerschaft und Geburt – egal ob gewollt oder ungewollt. Das Jubiläum des Gesundheitsamts Ingolstadt ist deshalb der passende Anlass, zurückzublicken auf die Anfänge und die Entwicklung der Schwangerschaftsberatung.

Die Arbeit der Beratungsstellen hat sich immer wieder an neue gesetzliche Regelungen und gesellschaftliche Veränderungen angepasst. Gleichzeitig wächst das Aufgabenspektrum kontinuierlich.

Ein wichtiger Wendepunkt war die Reform des § 218 StGB im Jahr 1976. Schwangerschaftsabbrüche blieben zwar grundsätzlich strafbar, doch die rechtlichen Rahmenbedingungen wurden neu gesetzt und klare Voraussetzungen für Straffreiheit definiert. Schon davor gab es unter bestimmten Bedingungen und anerkannten Indikationen Möglichkeiten, doch die Spielräume waren enger. 1995 gab es erneut Anpassungen.

Im Lauf der Zeit haben sich Beratungsstellen zu zentralen Anlaufstellen entwickelt – für vielfältige Fragen und Bedürfnisse rund um Schwangerschaft und danach. Politik und gesellschaftliche Entwicklungen haben die Arbeit geprägt. Mit dem Ausbau staatlicher Hilfen und der Gründung unterstützender Stiftungen wuchs das Angebot, wurde spezialisierter.

So brachte die Einführung des Erziehungsurlaubs mit Elterngeld 1986 neue Beratungsinhalte. Die Umwandlung in Elternzeit 2001 eröffnete Familien mehr Spielräume, Beruf und Kinderbetreuung besser zu vereinbaren. Mit dem Elterngeld 2007 traten weitere Fragen in den Fokus. Zusätzlich begleiten Beratungsstellen Frauen und Männern bei psychosozialen Themen wie Kinderwunsch, Verlust eines Kindes, Trauer, psychische Belastungen nach der Geburt oder auffälligen Befunden in der Pränataldiagnostik.

Das 50-jährige Jubiläum erinnert daher nicht nur an eine bewegte Geschichte, sondern zeigt auch deutlich, wie wichtig unabhängige, vertrauensvolle und offene Beratung vor Ort bleibt. Für Frauen, Männer, Familien und alle, die Unterstützung rund um Schwangerschaft und Geburt suchen, ist sie vor allem in schwierigen Zeiten ein verlässlicher Anker.

Die Schwangerenberatung am Gesundheitsamt Ingolstadt begleitet Frauen und Familien vor, während und nach der Schwangerschaft – bis zum dritten Geburtstag des Kindes. Sie hilft bei bürokratischen und pädagogischen Fragen, leitet bei Bedarf an zuständige Fachstellen weiter und unterstützt unter anderem bei der Hebammensuche. Zu den Beratungsthemen gehören außerdem Elterngeld, Elternzeit und Kindergeld. Auch die Schwangerenkonfliktberatung gehört zum Angebot. Ziel ist eine individuelle Begleitung, die sich an den jeweiligen Lebensumständen orientiert und bestmögliche Unterstützung bietet.

*Bildunterschrift: Das Team der staatlich anerkannten Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen Ingolstadt (Foto: Anita Bordon-Kornke / Stadt Ingolstadt)

Quelle: Pressemitteilung / Stadt Ingolstadt