
(ka) Der Landkreis Eichstätt setzt mit zwei bedeutenden Kultur- und Erinnerungsprojekten neue Impulse für die Bewahrung und Vermittlung regionaler Geschichte. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl die kunsthistorische Würdigung des Malers Carl Otto Müller als auch der Ausbau eines modernen Netzwerks zur Sicherung archäologischer und kulturhistorischer Funde im Landkreis. Anlässlich des 125. Geburtstags des Malers Carl Otto Müller (1901–1970) startet der Landkreis Eichstätt zusammen mit dem Markt Kipfenberg im Jahr 2026 ein umfassendes Kulturprojekt zur systematischen Erfassung, Digitalisierung und Präsentation seines künstlerischen Lebenswerks. Carl Otto Müller, vielfach als „Cézanne des Altmühltals“ bezeichnet, prägte mit seinen Landschaftsdarstellungen das kulturelle Bild der Region nachhaltig. Im Rahmen des Projekts werden erstmals 125 ausgewählte Werke digitalisiert, kunsthistorisch aufgearbeitet und in einer dauerhaft zugänglichen Online-Galerie präsentiert. Ergänzend sind Ausstellungen in Eichstätt, Kipfenberg und weiteren Orten des Altmühltals geplant.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Einrichtung eines kulturhistorischen Erlebniswegs in Kipfenberg. An rund zehn Stationen soll das Leben und Wirken des Künstlers im öffentlichen Raum erfahrbar gemacht werden. Digitale Angebote runden das Programm ab und sorgen für nachhaltige Sichtbarkeit. Mit dem Projekt wird das kulturelle Erbe Carl Otto Müllers im Besitz des Landkreis Eichstätt und des Marktes Kipfenberg dokumentiert und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Gleichzeitig stärkt die Initiative die regionale Identität und eröffnet neue Perspektiven für Forschung, kulturelle Bildung und Tourismus.
Parallel dazu baut der Landkreis Eichstätt sein erfolgreiches LEADER-Kooperationsprojekt „Historisches Gedächtnis“ weiter aus. Ziel der zweiten Projektphase ist die nachhaltige Sicherung archäologischer, geologischer und kulturhistorischer Funde sowie die stärkere Vernetzung regionaler Akteure. Im Sonderpädagogischen Förderzentrum Kösching entsteht hierzu ein zweites zentrales Funddepot mit moderner Lagertechnik, Klimakammer und einer Digitalisierungsstation. Damit reagiert der Landkreis auf die neuen Anforderungen des bayerischen Schatzregals und schafft die Voraussetzungen für eine fachgerechte Lagerung und digitale Dokumentation bedeutender Fundstücke. Herzstück der neuen Projektphase ist jedoch der Aufbau eines regionalen Netzwerks unter dem Titel „Historisches Gedächtnis im Austausch“. Gemeinden, Museen, Schulen, Vereine, Heimatpfleger, Ehrenamtliche und wissenschaftliche Einrichtungen sollen künftig enger zusammenarbeiten und ihr Wissen aktiv teilen. Geplant sind regelmäßige Netzwerktreffen, Workshops, Ausstellungen, digitale Vermittlungsangebote sowie gezielte Öffentlichkeitsarbeit. Ziel ist es, regionale Geschichte lebendig zu vermitteln und dauerhaft tragfähige Strukturen für Zusammenarbeit und Wissensaustausch zu schaffen.
Die Realisierung beider Projekte wird durch die Unterstützung mehrerer Fördermittelgeber ermöglicht. Über Kooperationen der Lokalen Aktionsgruppen Altmühl-Donau und Altmühl-Jura erhalten beide Projekte eine LEADER-Förderung der europäischen Union über das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus. Weitere beteiligte Förderpartner sind der Bezirk Oberbayern, die Herbert-Geiger-Stiftung, die Sparkassenstiftung Ingolstadt-Eichstätt sowie die Willibald-Schmidt-Stiftung. Mit den beiden Projekten setzt der Landkreis Eichstätt ein starkes Zeichen für den Erhalt kulturellen Erbes, die Förderung regionaler Identität und die Verbindung von Tradition mit digitalen Zukunftsperspektiven. Kunst, Geschichte und gesellschaftliches Engagement werden dabei nachhaltig miteinander verknüpft und für kommende Generationen bewahrt.
*Bildunterschrift: Glückliche Gesichter der Kooperationspartner bei der Übergabe der Bewilligungsbescheide mit Landrat Alexander Anetsberger in Eichstätt. (Foto: Manfred Schmidmeier, Landkreis Eichstätt)
Quelle: Lkr. Eichstätt / Pressemitteilung – Manfred Schmidmeier
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