
(ka) Am kommenden Freitag, 8. Mai, starten in München die Tarifverhandlungen für den bayerischen Einzelhandel. Die Arbeitgeber sehen die Forderungen von Verdi als deutlich überzogen an und halten sie in der aktuellen wirtschaftlichen Lage für schwer umsetzbar.
Verdi will bei einer Laufzeit von zwölf Monaten eine Entgelterhöhung von 222 Euro pro Monat sowie 150 Euro mehr für Auszubildende. Je nach Tarifgruppe entspricht das rund 7 Prozent mehr. Zusätzlich fordert die Gewerkschaft ein Mindesteinkommen von 14,90 Euro pro Stunde für die unteren Beschäftigten-Gruppen.
Dr. Melanie Eykmann, Tarifgeschäftsführerin des Handelsverbands Bayern (HBE), erklärt: Viele Betriebe arbeiten mit schwachen Umsätzen, hohen Kosten und einer anhaltenden Kaufzurückhaltung. Da bleibt für Lohnerhöhungen derzeit nur wenig Spielraum.
Die Arbeitgeber plädieren für einen moderaten Tarifabschluss, der sowohl die Interessen der Beschäftigten als auch die wirtschaftliche Realität der Unternehmen berücksichtigt. Es gilt weiterhin der Grundsatz: Nur das, was erwirtschaftet wird, kann auch verteilt werden.
Angesichts der angespannten Lage im Einzelhandel warnen die Arbeitgeber vor zusätzlichen Belastungen, die Arbeitsplätze und Standorte gefährden könnten. Ziel der Verhandlungen bleibt, gemeinsam tragfähige Lösungen zu finden – um Beschäftigung zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche langfristig zu erhalten.
Quelle: Handelsverband Bayern e.V. / Pressemitteilung – Bernd Ohlmann /Foto von Anantachai Saothong auf Unsplash
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