(ka) In Bayern gab es im ersten Halbjahr weniger Insolvenzen. Die Zahl sank im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2025 leicht um 22 auf 7.511. Entscheidender Grund ist der Rückgang der beantragten Verbraucherinsolvenzen um 3 Prozent auf 3.659.

Vor allem Unterfranken verzeichnete bei den Verbraucherinsolvenzen eine deutliche Abnahme: minus 28,8 Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025. Niederbayern liegt bei minus 8,5 Prozent, Oberfranken bei minus 8,2 Prozent und die Oberpfalz bei minus 4,9 Prozent. Mittelfranken (-2,1 %) und Oberbayern (-1,3 %) lagen leicht unter dem Durchschnitt. Die große Ausnahme war Schwaben: Dort stiegen die Verfahren um 19,5 Prozent.

Bei den Unternehmensinsolvenzen gab es im Vergleich zum zweiten Halbjahr einen Anstieg von gut 8 Prozent auf 1.179. Das ist der höchste Wert für ein Halbjahr seit mehr als zehn Jahren. Die Zahl deckt sich fast exakt mit der Creditreform-Schätzung von Ende Juni, die von 1.180 ausgegangen war. Die Entwicklung spiegelt offenbar die wirtschaftliche Krise wider.

Die Auswirkungen fallen regional sehr unterschiedlich aus. In Mittelfranken steigen die Firmeninsolvenzen zum zweiten Halbjahr 2025 um fast die Hälfte (46,4 Prozent). In Niederbayern geht es um 20,2 Prozent nach oben. Oberbayern (+3,6%) und Schwaben (+1,4%) weisen nur moderate Anstiege auf. In den drei übrigen Bezirken sinkt die Zahl der Firmenpleiten dagegen: Oberpfalz minus 3,1 Prozent, Oberfranken minus 7,4 Prozent, Unterfranken minus 9,3 Prozent. Das Landesamt für Statistik in Fürth weist darauf hin, dass es auf Bezirksebene öfter zu Schwankungen kommt.

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) sieht darin ein deutliches Alarmsignal. Die Zahlen zeigten, wie massiv strukturelle Standortprobleme die Lage drücken, sagt der Verband. Stichworte: fehlende Wettbewerbsfähigkeit, geopolitische Krisen, aggressive US-Zollpolitik und chinesische Konkurrenz mit unfairen Handelspraktiken.

Quelle: Landesamt für Statistik in Fürth /Bild von Gerd Altmann von Pixabay

 

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