(ka) Der Landkreis Kelheim hat sich ein klares Ziel gesetzt: Bis 2030 soll der Anteil ökologisch bewirtschafteter landwirtschaftlicher Flächen mindestens 30 Prozent erreichen. Damit will die Region einen wichtigen Beitrag zu einer Landwirtschaft leisten, die nachhaltig und widerstandsfähig ist – also eine, die auch zukünftigen Generationen gerecht wird. Ein zentraler Bestandteil auf diesem Weg ist die Öko-Modellregion Landkreis Kelheim, die seit 2023 zahlreiche Projekte zur Förderung der ökologischen Landwirtschaft und der regionalen Wertschöpfungsketten angestoßen hat.

Vor Kurzem hat Hans-Peter Schmucker, Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Niederbayern, den Schlussbescheid für die ersten beiden Projektjahre an Landrat Martin Neumeyer übergeben. Vor allem wurde in diesem Zeitraum die Position der Umsetzungsbegleitung im Rahmen des Programms BioRegio 2030 mit insgesamt 100.000 Euro gefördert.

Bereits im Mai 2023 erhielt der Landkreis die Auszeichnung als „Staatlich anerkannte Öko-Modellregion“ durch Staatsministerin Michaela Kaniber. Die Umsetzung der Maßnahmen wird von Umsetzungsmanagerin Sonja Rieger gelenkt, unterstützt von einem Beraternetzwerk aus verschiedenen Fachrichtungen. Dabei kooperiert man eng mit der ARGE Kreisentwicklung, der Wirtschaftsförderung, den Integrierten Ländlichen Entwicklungen, benachbarten Öko-Modellregionen sowie mit landwirtschaftlichen Betrieben und weiteren regionalen Akteuren.

Inhaltlich geht es vor allem darum, regionale Wertschöpfungsketten für Bio-Fleisch, Bio-Getreide und Bio-Streuobst zu etablieren. Gleichzeitig wird die Vermarktung auf regionaler Ebene gestärkt und der Bio-Anteil in der Außer-Haus-Verpflegung erhöht. Mit Veranstaltungen, Informationsangeboten und sogenannten Bio-Marktmeilen werden regionale Produkte sichtbarer gemacht und neue Absatzwege geschaffen.

Auch der Verfügungsrahmen für Öko-Kleinprojekte spielt eine wichtige Rolle. In den Jahren 2024 und 2025 konnten insgesamt elf Projekte mit rund 43.800 Euro unterstützt werden. Gefördert wurden zum Beispiel Investitionen in Kühltechnik, Getreidereinigung, Geräte zur Weidepflege sowie Projekte zur Direktvermarktung und Bio-Geflügel-Produktion.

Ein Highlight war die Auszeichnung der „Lilo Streuobstschorle Apfel Birne“ vom Bio-Streuobsthof Stöckl aus Rohr. Das Getränk erhielt bei der BioFach 2026 die Ehrung als eines von „Bayerns besten Bioprodukten“. Die Schorle wird aus regionalem Bio-Streuobst hergestellt und trägt zum Erhalt der Streuobstwiesen und zur Förderung der Artenvielfalt bei. Bereits im Vorjahr hatte die „Lilo Bio Streuobst Apfelschorle“ bei der Initiative „30 für 30“ des Bayerischen Bio-Siegels den ersten Platz belegt, gemeinsam mit dem Altmühltaler Emmer Bier aus dem Riedenburger Brauhaus. Solche Erfolge zeigen, wie die ökologische Landwirtschaft im Landkreis Kelheim zunehmend an Sichtbarkeit und Marktrelevanz gewinnt.

Mit dem Abschluss der ersten Projektphase im Oktober 2025 und den bisherigen Ergebnissen steht der Landkreis auf einem konkreten Pfad in Richtung nachhaltige Landwirtschaft. Jetzt geht es darum, die begonnenen Maßnahmen bis 2028 weiter voranzubringen, bewährte Modelle zu erweitern, die Wertschöpfung noch stärker zu vernetzen und weitere Betriebe für die ökologische Umstellung zu begeistern. Positive Beispiele wie die Lilo-Schorle machen deutlich: Die Idee nimmt Gestalt an – im nächsten Schritt gilt es, diesen Schwung zu nutzen und die Transformation in der Fläche spürbar zu gestalten.

Quelle: Pressestelle, Landratsamt Kelheim – Lukas Sendtner