(ka) Die strafrechtliche Aufarbeitung des Finanzskandals im Bistum Eichstätt hat mit Anlaufproblemen begonnen. Am gestrigen Dienstag (17.02.2026) fand vor dem Landgericht München II eine Verlesung der Anklage statt.

Zuvor hatte ein Sachverständiger festgestellt, dass einer der beiden Angeklagten für eine Teilnahme an der Verhandlung geeignet ist. Der 70-Jährige hatte seit dem Prozessauftakt Anfang Januar gefehlt, da er sich laut seinem Anwalt zur Behandlung in einer Klinik befand.

Auf der Anklagebank sitzen ein ehemaliger leitender Mitarbeiter der Finanzabteilung des Bistums und ein US-Immobilienentwickler. Beide sind Deutsche, aber keine Geistlichen. Ihnen werden jeweils mehr als 20 einzelne Straftaten zur Last gelegt. Es besteht der Verdacht, dass die betreffenden Personen schwere Fälle von Untreue und Bestechung begangen haben.

Im vorliegenden Fall geht es um Investitionen aus Bistumsvermögen in Immobilienprojekte in Texas und Florida in den Jahren zwischen 2014 und 2016.

Kirchliche Rücklagen in Höhe von fast 60 Millionen US-Dollar wurden ohne Absicherung in Darlehen angelegt. Gemäß der Anklage wurde ein Totalverlust in Kauf genommen. Die beiden Angeklagten haben mit ihrem Geschäftsmodell auf Dauer erhebliche weitere eigene Einkünfte erzielen wollen und damit dem Bistum einen hohen Vermögensverlust zugefügt.

Quelle: Pressemitteilung / DOMRADIO.DE gGmbH/ Radio IN / Bild von Dieter Ludwig Scharnagl auf Pixabay

 

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