
(ka) Der Forstwirtschaftsplan für den Auwald wird aktuell fortgeschrieben. Damit erhält der Stadtwald Ingolstadt einen neuen Fahrplan für die kommenden zwei Jahrzehnte. Mit dieser Aufgabe betraut ist der Forstsachverständige Alfred Raunecker, der derzeit eine systematische Bestandsaufnahme unternimmt.
Dazu macht er zunächst eine Erfolgskontrolle der vergangenen 20 Jahre, die zeigt, wie sich der Wald entwickelt hat. Anschließend wertet er den aktuellen Zustand aus. Mittels einer Stichprobeninventur werden die vorhandenen Baumarten, die Vitalität der Bestände und die verfügbaren Holzvorräte dokumentiert. Da der Auwald Teil des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000 ist und unter FFH- sowie weiteren Umweltschutzrichtlinien steht, spielt die ökologische Bewertung eine zentrale Rolle. So wird beispielsweise auch Totholz erfasst, das bewusst im Wald belassen wird und als unverzichtbarer Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten gilt.
Im dritten Schritt folgt die Planung für die nächsten 20 Jahre. Dabei steht das Prinzip der forstlichen Nachhaltigkeit im Mittelpunkt – es darf nicht mehr Holz entnommen werden, als nachwächst.
Naturschutz, Naherholung und Klimaschutz – Die Kommune kann im Forstwirtschaftsplan eigene Prioritäten setzen. Für Ingolstadt stehen dabei drei Säulen im Fokus: Naturschutz, Naherholung und Klimaschutz. „Der Auwald ist für Ingolstadt weit mehr als ein Wirtschaftswald“, betont Forstamtsleiter Hubert Krenzler und erklärt: „Er ist ein unverzichtbarer Erholungsraum für unsere Bürgerinnen und Bürger. Der neue Forstwirtschaftsplan soll sicherstellen, dass ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Ziele im Einklang bleiben – damit unser Wald auch für kommende Generationen lebendig bleibt.“
Besonderes Augenmerk liegt auf dem Gerolfinger Eichenwald. Diese seltene Form des Mittelwaldes verbindet Elemente des Nieder- und Hochwaldes und ist heute in Bayern kaum noch zu finden. Obwohl wirtschaftlich weniger rentabel, gilt der Mittelwald als ökologisch besonders wertvoll und schützenswert.
Integrierter Ansatz für einen lebendigen Stadtwald – Der neue Forstwirtschaftsplan für den Auwald geht über klassische Holzwirtschaft hinaus. Als integrierter Bewirtschaftungsplan vereint er ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Interessen. Er leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt, zur Anpassung an den Klimawandel und zur Erhaltung eines einzigartigen Naturraums direkt vor den Toren der Stadt.
*Bildunterschrift: Bestandsaufnahme im Auwald (v.l.): Simone Mayer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Andreas Naumann, stellvertretender Forstamtsleiter, Amtsleiter Hubert Krenzler und Forstsachverständiger Alfred Raunecker (Foto: Stadt Ingolstadt / Betz)
Quelle – Stadt Ingolstadt / Pressemitteilung
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