(ka) Der erste Spatenstich für das sanierte Caritas-Wohnheim in der Hugo-Wolf-Straße in Ingolstadt ist heute auf dem Baugelände erfolgt. Caritasdirektor Alfred Frank, sein Stellvertreter Andreas Steppberger, der Leiter der Caritas-Wohnheime und Werkstätten, Michael Rinnagl, der Diakon der Pfarrei St. Pius, Udo B. Jung, Tanja Avila von der Projektsteuerung Hitzler Ingenieure, Bauunternehmer Fabian Schiebel und die Architektin Ulrike Donner von bharchitektengesellschaft hatten jeweils eine Schaufel in der Hand. Rinnagl, der durch die Veranstaltung führte, freute sich, rund 60 Menschen begrüßen zu können, die mit dem Vorhaben zu tun haben: Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende der Einrichtung, Vertreterinnen und Vertreter von Planungsbüros, Baufirmen, der Stadt Ingolstadt und der Caritas. Gemeinsam mit Ulrike Donner und Wolfgang Gürtner von Hitzler Ingenieure zeigte er ein Bild davon, wie das Haus nach der Sanierung in ungefähr zwei Jahren aussehen könnte. Die Sanierung kostet laut Rinnagl rund 13 Millionen Euro.

Eine Geschichte mit längeren Bezügen
In seiner Ansprache machte Steppberger deutlich, dass es um mehr gehe als nur ums Bauvorhaben: Es gehe darum, wie Menschen leben können – und wie sie leben sollen: mit Würde, Sicherheit, Privatsphäre und dem Gefühl, zuhause zu sein. Das Wohnheim in der Hugo-Wolf-Straße gibt es seit 1964. Viele Menschen fanden hier über Jahrzehnte Unterstützung, Begleitung und ein vorübergehendes Zuhause. Ein Gebäude, das Menschen beherbergt, müsse sich aber auch weiterentwickeln. Und vor allem müsse es sich an den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner orientieren. Genau darum gehe es bei der Generalsanierung: Aus drei Zimmern werden künftig zwei Wohnbereiche mit eigenem Bad. Barrierefreiheit, rollstuhlgerechte Bereiche, Gemeinschaftsräume auf jeder Etage, Räume für Körperpflege, neue Schutz- und Rückzugsmöglichkeiten, ein freundlicher Empfangsbereich – all das sei mehr als bloße Bauplanung. Für die Menschen, die hier leben, bedeute das mehr Selbstbestimmung und Lebensqualität, betonte Steppberger.

Dahin zielt auch der heutige Spatenstich: Dieser Schritt sei ein guter Tag für die Caritas. Denn der Auftrag der Caritas fresse nicht darauf ab, möglichst viele Menschen möglichst effizient unterzubringen. Es gehe darum, Menschen in schwierigen Lebenslagen beizustehen und ihre Würde zu bewahren. „Gerade Menschen, die wohnungslos geworden sind, psychisch belastet sind, mit Suchterkrankungen leben oder aus anderen Gründen am Rande der Gesellschaft stehen, brauchen nicht zu fragen: ‚Was hast du falsch gemacht?‘ Sie brauchen Menschen, die sagen: ‚Wir sehen dich. Wir nehmen dich ernst. Und wir gehen ein Stück des Weges mit dir.‘“ Steppberger wünschte sich, dass die Bewohner später sagen könnten: „Ja, hier kann ich gut leben. Hier habe ich meinen Platz. Hier bin ich willkommen.“

Die kommenden zwei Jahre werden natürlich nicht einfach, so der Caritas-Verantwortliche. Veränderungen, Einschränkungen und Improvisation seien vorprogrammiert. Die Bewohner wohnen vorübergehend in der Händelstraße im Caritas-Zentrum St. Vinzenz. Die Mitarbeitenden müssen sich auf Neues einstellen. Geduld und Flexibilität seien von allen gefragt, sagte Steppberger und bedankte sich bei allen Beteiligten und Förderern.

Nach Gürtner-Informationen fließen Fördermittel von der Stiftung Obdachlosenhilfe, der KfW, der Bayerischen Landesstiftung und der Aktion Mensch in das Projekt. Den Großteil der 13 Millionen Euro übernimmt der Caritasverband der Diözese aus eigenen Mitteln.

Was bisher geschah
Ulrike Donner gab einen kurzen Überblick: Bisher stand vor allem die Entkernung des Gebäudes und eine Schadstoffsanierung an. Nun laufen Innenarbeiten: Größere Zimmer entstehen, alle bekommen eine Nasszelle, und im Erdgeschoss erhalten die Apartments eigene Eingänge. Außerdem wird ein viertes Stockwerk aus einer Holzkonstruktion darauf gesetzt, in dem Teile der Büros untergebracht werden. Laut Rinnagl können später im neuen Haus wieder 30 Personen wohnen – auch Frauen, was bisher nicht der Fall war. Die Anzahl der Büroräume bleibe bei 15.

Die Caritas-Wohnheime und Werkstätten sehen sich als Unterstützer und Anwälte jener Menschen, die zu den Benachteiligten der Gesellschaft gehören: Langzeitarbeitslose, Wohnungslose, Straferläuterte, Suchtkranke, psychisch Belastete und andere gefährdete Gruppen. Hier werden Menschen aufgenommen, für die ambulante Hilfsangebote nicht ausreichen. Ohne Wenn und Aber gehört ihnen ein Platz – mit Perspektive.

*Bildunterschrift: Den ersten Spatenstich für das zu sanierende Caritas-Wohnheim in der Hugo-Wolf-Straße nahmen Caritasdirektor Alfred Frank, Tanja Avila von der Projektsteuerung Hitzler Ingenieure, Diakon Udo B. Jung, der stellvertretende Caritasdirektor Andreas Steppberger, Einrichtungsleiter Michael Rinnagl, Bauunternehmer Fabian Schiebel und Architektin Ulrike Donner (von links) vor.Foto: Peter Esser / Caritas

Quelle: Pressemitteilung / Caritasverband für die Diözese Eichstätt e.V. / Foto