(ka) Seit rund 100 Tagen ist Christian De Lapuente Dritter Bürgermeister und verantwortlich unter anderem für Sport und Soziales. Die erste Bilanz wirkt realistisch, doch zuversichtlich – trotz der knappen Haushaltslage.

Der städtische Haushalt liegt noch nicht vor, die finanziellen Spielräume sind begrenzt. Angesichts dessen wird der Blick auf das gelenkt, was Ingolstadt stark macht: ehrenamtliche Engagements, Vereine, Bürgerinnen und Bürger sowie funktionierende Strukturen. De Lapuente betont: Jetzt ist es wichtig, das Ehrenamt zu stärken. Verantwortung übernehmen, sich einbringen, füreinander da sein – dieses Engagement verdient Anerkennung und Unterstützung.

Soziales: Menschen in den Mittelpunkt
Wachsende soziale Herausforderungen gehen oft mit einer härteren Wirtschaftslage einher. Wenn Jobsicherheiten schwinden, Einkommen unter Druck geraten oder der Zugang zum Arbeitsmarkt schwieriger wird, steigt der Bedarf an Unterstützung. Als Sozialbürgermeister richtet sich der Blick daher genau dorthin, wo Hilfe nötig ist – besonders beim Jobcenter, der Obdachlosenhilfe und den Stadtteiltreffs.

Beim Jobcenter gilt die kommunale Trägerschaft als wichtiger Teil der sozialen Verantwortung. Ziel ist, möglichst rasch wieder in Arbeit zu bringen und nachhaltige Perspektiven zu schaffen. Stadtteiltreffs dienen als Orte des Miteinanders: Räume für Begegnungen, eigene Angebote und ehrenamtliches Engagement.

Ein persönlicher Einblick in die Obdachlosenhilfe erfolgte bei einer Besichtigung der städtischen Unterkunft. Obdachlosigkeit lasse sich nicht einfach ausblenden, so die Einsicht: Nicht jedes Schicksal lasse sich lösen, doch es bleibe wichtig zuzuhören, ansprechbar zu bleiben und dafür zu sorgen, dass niemand durchs Raster falle.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ehrenamt. Das Bürgerhaus fungiert als Anlaufstelle, Unterstützer und Vernetzer für die vielen Engagierten in Ingolstadt: Wer sich ehrenamtlich engagiert, solle wissen, dass Unterstützung da ist. Gerade in schwierigen Zeiten brauche es verlässliche Ansprechpartner und funktionierende Strukturen.

Vereine als Fundament der Stadtgesellschaft
Die Stadt unterstützt das Vereinsleben reichlich weiter. Ingolstadt tue viel für seine Vereine, das gelte es selbstbewusst zu betonen. Gleichzeitig seien Lösungen gefragt, die nicht immer zusätzliches Geld erfordern. Bürokratie könne abgebaut, Kontakte vermittelt, Abläufe vereinfacht oder Akteure besser miteinander vernetzt werden. Denn nicht jede gute Lösung koste Geld – oft zähle vor allem jemand, der zuhört und gemeinsam einen Weg findet.

Sport verbindet
In den kommenden Monaten soll der Austausch mit dem Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) vertieft werden. Für November ist ein Treffen mit Sport- und Schützenvereinen geplant, regelmäßige Gespräche sollen folgen. Ziel ist es, regelmäßig direkt mit den Vereinen ins Gespräch zu kommen – nicht nur bei konkreten Problemen. Dafür sollen feste Termine stattfinden und Treffen bewusst in verschiedenen Vereinsheimen stattfinden, um die Arbeit der Vereine besser kennenzulernen und spürbar zu erfahren, wo der Schuh drückt.

Ein Tag des Sports in der Innenstadt ist vorgesehen: An einem Samstag sollen sich die Vereine mit Angeboten präsentieren, zum Mitmachen einladen und die Vielfältigkeit der Ingolstädter Sportlandschaft zeigen. Gleichzeitig wird der sportliche Jahresbeitrag 2026 gewürdigt.

Soziale Aufgaben
Beim Sozialen geht es um Finanzierung und Zuständigkeiten. Ziel sei nicht die Reduzierung von Leistungen, sondern deren verlässliche und langfristige Sicherung. Kommunen übernehmen viele Aufgaben, die Bund und Freistaat festlegen. Deshalb sei eine nachhaltige, faire Finanzierung unverzichtbar. Sozialverantwortung bedeute, da zu sein und notwendige Unterstützung sicherzustellen – zugleich müsse die Finanzierung dieser Aufgaben dauerhaft funktionieren. Wenn neue Aufgaben durch Bund oder Land entstehen, müsse auch die entsprechende Verantwortung dort liegen. Es gehe nicht um Kürzungen, sondern um eine solide Finanzierungsgrundlage.

Austausch mit den Menschen vor Ort
In den nächsten Monaten steht der direkte Draht zu den Menschen vor Ort im Mittelpunkt: neue Ideen für Sport und Vereinsleben, ein verantwortungsvoller Umgang mit den finanziellen Möglichkeiten der Stadt. Die Tür steht offen – für Vereine, Ehrenamtliche, soziale Initiativen, Sportlerinnen und Sportler sowie alle Bürgerinnen und Bürger. Kritik und gute Ideen sind willkommen. Am Ende geht es nicht um eine einzelne Person im Rathaus, sondern um das, was gemeinsam als Stadtgesellschaft geschaffen wird.

*Bildunterschrift: Dritter Bürgermeister Christian De Lapuente (Foto: Bernd Betz / Stadt Ingolstadt)

Quelle: Pressemitteilung / Stadt Ingolstadt

 

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