(ka) Der heute veröffentlichte Jahresbericht des Medizinischen Dienstes zeigt: Die Behandlungsqualität in deutschen Krankenhäusern ist gut und hat sich weiter verbessert. Insgesamt gab es 11.735 gemeldete Verdachtsfälle im Gesundheitswesen; das ist im Vergleich zum Vorjahr um 569 Fälle gesunken. Von diesen Verdachtsfällen erwies sich bei genauer Prüfung rund jeder vierte tatsächlich als Fehler. Auch dieser Anteil liegt im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger. Im stationären Bereich liegt die Zahl der bestätigten Behandlungsfehler bei rund 1.900 und damit ebenfalls unter dem Vorjahreswert.
Dazu erklärt Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft: Nicht nur die absolute Zahl sinkt, auch der Anteil der bestätigten Fehler an den untersuchten Fällen geht zurück. Das deutet darauf hin, dass Krankenhäuser und ambulante Leistungserbringer ihre Behandlungsqualität weiter stärken und die Patientensicherheit auf ein ohnehin hohes Niveau weiter erhöhen. Dennoch gilt: Jeder Behandlungsfehler ist einer zu viel. Es gilt, weiterhin alles zu tun, um Fehler zu reduzieren, denn hinter jedem Fall steht ein Mensch.
Ihren geschätzten Vergleichsdaten zufolge stehen rund 18 Millionen Behandlungsfälle insgesamt 1900 bestätigte Fehler gegenüber. Die Fehlerquote liegt damit im niedrigen Promillebereich. Für Krankenhäuser und Patientensicherheit bleibt eine offene Fehlerkultur wichtig. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Die Quote auf null zu drücken, ist in der Medizin nicht erreichbar. Durch transparente Fehlermeldesysteme wird daran gearbeitet, der Marke so nah wie möglich zu kommen.
Anmerkung zum MD-Standpunkt zu vermeintlich ökonomischen Schäden durch Behandlungsfehler: Die Schlussfolgerungen wirken unseriös. Der MD zieht eine OECD-Studie von 2017 heran, die international gilt, aber auf Deutschland nicht eingeht. Die Studie nennt bei Kosten für Schäden 15 Prozent – enthält aber auch unvermeidbare Fälle. Für vermeidbare Schäden nennt sie lediglich 2 bis 10 Prozent der öffentlichen Ausgaben für Krankenhäuser. Behandlungsfehler sollten nicht dazu dienen, Angst zu schüren oder Alarmismus zu schüren. Krankenhäuser bleiben dabei, die Fehlerquote so gut es geht zu senken.
