(ka) Wenn Familien kriseln, Partnerschaften wackeln oder Lebenspläne aus dem Takt geraten, ist die Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) im Bistum Eichstätt eine wichtige Anlaufstelle. An den Standorten Ingolstadt, Neumarkt und Schwabach begleiten qualifizierte Beraterinnen und Berater Menschen in schwierigen Lebenssituationen – ehrlich, vertraulich, kostenlos und unabhängig von Religion, Herkunft oder Lebensform. Ein Angebot, das Orientierung und Unterstützung in belasteten Phasen bietet. 2025 haben 1166 Menschen die Beratungsstellen aufgesucht.
In diesem Jahr gab es auch personelle Veränderungen: In Schwabach verabschiedete sich Dr. Ansgar Ehrlich nach 36 Jahren in den Ruhestand, in Ingolstadt beendete Nikolaus Bittlmayer nach 26 Jahren seinen Dienst. Die Leitung übernehmen künftig Tilla Schnickmann in Schwabach und die Diplom-Psychologin Andrea Ploß in Ingolstadt.
„Wir sind kein Reparaturbetrieb defekter Biografien“, erinnert Ehrlich. Über mehr als drei Jahrzehnte hat er Hunderte Menschen in Krisen begleitet – oft über längere Zeit hinweg und auf sehr persönlichen Wegen. Manche Beratungen waren schwer, andere eher erleichternd, wenn sich neue Perspektiven eröffneten. Sein Optimismus hat geholfen. „Ich wollte niemanden verändern. Wichtig war, sie und ihre Beziehungen in ihrer Tiefe zu verstehen.“
Nikolaus Bittlmayer hat die EFL in Ingolstadt über viele Jahre geprägt. Er schaut mit Dankbarkeit zurück. Angesichts einer immer komplexer werdenden Gesellschaft, vielfältiger Lebensentwürfe, schwindender Sicherheiten und zunehmender Digitalisierung wachse das Bedürfnis nach Orientierung und belastbaren Beziehungen. „Darum sind geschützte Räume so wichtig, in denen Menschen offen über ihre Sorgen sprechen können.“ Die EFL leiste da einen unverzichtbaren Beitrag.
Mit Tilla Schnickmann und Andrea Ploß übernehmen zwei erfahrene Beraterinnen die Verantwortung für die Teams. Beide sehen die Aufgabe darin, Menschen auch unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen zuverlässig zu begleiten. „In fast jedem Leben gibt es Krisen, Übergänge oder schmerzhafte Erfahrungen“, sagt Andrea Ploß. „Die Themen verändern sich mit der Zeit – der Bedarf an vertraulicher und professioneller Beratung bleibt.“
Die Beraterinnen und Berater verfügen neben dem Hochschulabschluss über jahrelange therapeutische und beraterische Zusatzqualifikationen und bilden sich kontinuierlich fort. Das Angebot richtet sich an Einzelpersonen, Paare und Familien gleichermaßen. „Gerade die Arbeit mit Paaren hat ein besonderes Profil“, meint Tilla Schnickmann. „Zwischenmenschlich sind wir oft am verletzlichsten – doch wie Beziehungen langfristig gelingen, Konflikte konstruktiv gelöst oder Partnerschaften weiterentwickelt werden können, müssen viele erst lernen. Dabei unterstützen wir.“
Die Beratungsgespräche erfolgen überwiegend persönlich, sind aber auch telefonisch oder per Video möglich. Im Mittelpunkt stehen keine Patentrezepte, sondern die individuellen Fragen, Sorgen und Ressourcen der Ratsuchenden. Die hohe Nachfrage an allen drei Standorten zeigt deutlich, wie groß der Bedarf an qualifizierter Beratung ist.
*Bildunterschrift: Der Leiter der Psychologischen Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensberatung Ingolstadt, Nikolaus Bittlmayer, geht in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin ist Andrea Ploß. (Foto: Wolfgang G. Bertl)
