(ka) Nach einer Auswertung des Paritätischen Wohlfahrtsverbands gehört Bayern zu den Bundesländern mit der niedrigsten Armutsquote in Deutschland. Demnach gelten 12,6 Prozent der Bevölkerung als arm, weniger als die Hälfte im Vergleich zur Spitze der Tabelle in Bremen mit 27,5 Prozent. Auf Platz zwei folgt Baden-Württemberg mit einer Armutsquote von 13,2 Prozent. Laut Verband hat sich der Abstand zwischen Süden und den strukturschwachen Regionen im Norden und Osten Deutschlands im vergangenen Jahr vergrößert.

Als arm gilt laut dem Verband, wer weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens zur Verfügung hat. Das Statistische Bundesamt spricht von Armutsgefährdung. Der Median beschreibt dabei den Wert, der die Einkommensverteilung genau in der Mitte teilt – nicht den Durchschnitt. Bayern liegt deutlich unter der bundesweiten Armutsquote von 16,1 Prozent. Regionen mit niedrigen Armutsquoten profitieren demnach vor allem von einer starken Wirtschaftsstruktur, hoher Beschäftigung und vergleichsweise hohen Einkommen.

Gefälle auch im Freistaat
Doch auch innerhalb Bayerns gibt es laut Paritätischem ein Süd-Nord-Gefälle – wenn auch deutlich weniger ausgeprägt als der nationale Vergleich. Besonders niedrige Armutsquoten finden sich demnach in Schwaben (11,4 Prozent), Oberbayern (11,8) und Niederbayern (12,3); etwas höher liegen die Quoten in den drei fränkischen Regierungsbezirken und der Oberpfalz.

Auffallend ist vor allem Niederbayern: In den 1960er Jahren galt der Bayerische Wald noch als Armenhaus und als eine der unwirtlichsten Regionen der alten Bundesrepublik.

Quelle: Pressemitteilung / DieBayern.de / Bayerische Staatszeitung / Bild von Manuel Alvarez auf Pixabay