(ka) Zum Tag der Städtebauförderung berichten Bund, Länder und Gemeinden in ganz Deutschland über Projekte, die mit Geldern von Bund und Ländern unterstützt werden. Auch in Ingolstadt laufen zahlreiche öffentliche Bauvorhaben dank dieser Förderung. Einige der Vorhaben stellen wir hier anlässlich des Tags der Städtebauförderung am Samstag, 9. Mai vor.
Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel
Im Rahmen des Förderprogramms „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ arbeiten das Referat für Stadtentwicklung und Baurecht sowie die Stabsstelle Strategien Klima, Biodiversität und Donau an vier Projekten im Zweiten Grünring der Stadt. Ziel ist die Sicherung des Grünrings und die Verbesserung von Biodiversität, Klima und Naherholung. Die Förderung beträgt 90 Prozent der Bausumme, bereitgestellt von Bund (BMWSB) und Land (StMWWVB).
Stabsstelle Strategien Klima, Biodiversität und Donau – Agroforst
Im Süden von Ingolstadt entstehen unter dem Oberbegriff Agroforst zwei klimaangepasste Natur- und Erholungsflächen im Zweiten Grünring, die Menschen und Tieren gleichermaßen zugutekommen. Die Streuobstwiese an der Dorfstraße in Unsernherrn ergänzt das nahe Sportangebot mit Bolz- und Hockeyplatz. Alte Obstsorten, sogenannte Klimabäume und Heckenstrukturen schaffen einen grünen Rahmen für Pausen im Freien. Das Obst darf natürlich genascht werden. Das Nutzungskonzept entwickelten Stadt, Grundschule, Bezirksausschuss und der Obst- und Gartenbauverein gemeinsam.
Die zweite Fläche liegt wenige Gehminuten südwestlich der Streuobstwiese, mitten in der Agrarlandschaft, und dient als Klimaoase. Hier gibt es neue Hecken- und Biotopstrukturen für wärme- und trockenheitsliebende Arten, außerdem wurden potenzielle Klimabäume gepflanzt. Ein Teil der Fläche dient als Grabeland – Bürgerinnen und Bürger ohne eigenem Garten bekommen hier die Möglichkeit, Obst und Gemüse anzubauen. Wer Interesse hat, kann sich per Mail an Stabsstelle.Klima@ingolstadt.de melden. Auf beiden Flächen stehen Grundwasserbrunnen mit Schwengelpumpen bereit, um in Trockenperioden gießen zu können.
Projektstand: Fertigstellung Frühjahr 2025
Stadtbezirk: Münchener Straße
Bausumme: ca. 135.000 Euro
Gartenamt – Neuer Abschnitt der Einbogenlohe
Seit 40 Jahren renaturiert die Stadt Ingolstadt unter dem Motto „Lohenprogramm“ alte Donauarme. Eine dieser früheren Schleifen ist die Einbogenlohe in Spitalhof. Anfang der 2000er wurde der erste Abschnitt der Lohe entlang der Schrobenhausener Straße ausgebaut. Es entstanden offene Wasserflächen, die dem Gewässerlauf folgen. Weitläufig bepflanzt und später ergänzt durch einen Steg und ein „Grünes Klassenzimmer“, bot der Bereich besonders Kindern, Schulen und Umweltverbänden die Gelegenheit, das Biotop im Lauf der Jahre zu erforschen. Mit dem Förderprogramm konnte nun ein weiterer Abschnitt der Einbogenlohe umgesetzt werden. Hier wurde das Grundwasser freigelegt und heimische Gehölze sowie Gewässerpflanzen gesetzt. Im Gegensatz zum ersten Abschnitt soll dieser Teil der Lohe nicht primär für Naherholung genutzt werden, sondern der Natur vorbehalten bleiben. Amphibien, Fische, Insekten und Kleinsäuger – genauso wie die Wasserpflanzen – dürfen sich hier in den kommenden Jahren ungestört entwickeln.
Projektstand: Fertigstellung Herbst 2025
Stadtbezirk: Süd
Bausumme: ca. 170.000 Euro
Gartenamt – Rosengarten Oberhaunstadt
Der ehemalige Rosengarten Oberhaunstadt dient inzwischen als grüner Mittelpunkt des Neubaugebiets „Am Kreuzäcker“. Seit 2024 gehört er zum städtischen Grünflächenverbund und steht Anwohnerinnen und Besuchern offen. Wichtig war bei der Gestaltung und Pflege, Ökologie, Gestaltung und Klimaschutz sinnvoll zu verbinden. Die Pflanzenauswahl berücksichtigt trockene Phasen und stärkere Niederschläge, sodass Stauden, Rosen und Gehölze wenig Wasser benötigen. Dennoch liefern Bodendecker, Kletterrosen und Wildrosen ganzjährig Nahrung und Lebensraum für Insekten, Kleinsäuger und Vögel. Aufenthaltsbereiche mit seniorengerechten Bänken, Beton- und Holzmodulen sowie begrünten Pergolen laden zum Verweilen ein. LEDs spenden im Dunkeln energiesparendes Licht. Fahrradstellplätze und Hauptwege nutzen helle Bodenbeläge, die den Raum aufhellen, ohne Hitze zu speichern. Nebenwege bestehen aus Rasen statt Beton, um Versiegelung zu vermeiden und Regenwasser besser versickern zu lassen. Ein Teil des Niederschlagswassers wird in den Grünflächen versickert, statt baulich entwässert zu werden.
Projektstand: Fertigstellung Ende 2023
Stadtbezirk: Oberhaunstadt
Bausumme: 586.000 Euro
Gartenamt – Zweiter Grünring Nord
Im nördlichen Zweiten Grünring in Etting sollen Freiflächen stärker als Naherholung, aber vor allem als ökologische Rückzugsorte genutzt werden. Der erste Bauabschnitt zur Aufwertung der Naherholungsfunktion ist im Gange: Ein Trampelpfad wurde zu einem schmalen Gehweg ausgebaut, der die Freiflächen nördlich und südlich des Haunstädter Mühlbachs besser miteinander verbindet. In Kürze entstehen Aufenthaltsbereiche mit Sitzmöglichkeiten am Mühlbach. Das Besondere: Bürgerinnen und Bürger können die Weite des Grünrings über landwirtschaftliche Flächen hinweg erleben. Geplant ist außerdem ein zweiter Bauabschnitt mit Renaturierung des Retzgrabens – aus dem begradigten Entwässerungsgraben soll sich ein naturnaher Bach entwickeln, der Hochwasserkapazität erhöht und Biodiversität stärkt.
Projektstand: Umsetzung des ersten Bauabschnitts, Planung des zweiten
Stadtbezirk: Etting
Prognostizierte Bausumme: 1.780.000 Euro
