(ka) Bayern stärkt die Luftrettung vor allem in ländlichen Regionen. Der Ministerrat hat auf Vorschlag von Innenminister Joachim Herrmann das Vorhaben gebilligt. Grundlage ist ein Gutachten des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement zur Ausweitung der Betriebszeiten der Rettungshubschrauber. Herrmann: An den Standorten Bayreuth, Ochsenfurt, Ingolstadt, Kempten und Suben in Österreich sollen die Betriebszeiten schrittweise verlängert werden. Nach einer Einführungsphase können die Hubschrauber auch nach Einbruch der Dunkelheit fliegen – sofern das im Ein-Schicht-Betrieb machbar bleibt. Das passt auch zu den Veränderungen in der Krankenhausstruktur in Bayern, weil sich die Wege zu passenden Kliniken dadurch verkürzen.

In den Wintermonaten werden die Einsatzzeiten an den genannten Standorten von 7.00 Uhr bis 20.15 Uhr verlängert, in den Sommermonaten von 7.00 Uhr bis 21.45 Uhr. Bisher mussten die Hubschrauber nach Sonnenuntergang am Boden bleiben. Die drei Intensivtransporthubschrauber in München, Nürnberg und Regensburg, die ebenso Rettungseinsätze übernehmen können, fliegen bereits rund um die Uhr. RTH Christoph 32 ist in Ingolstadt stationiert.

Mit den ausgewählten Standorten lässt sich fast das gesamte Bundesland abdecken. So wird der Rettungsdienst in Bayern effizienter und die Versorgung in weniger gut erreichbaren Gebieten deutlich verbessert. Besonders im Winter lohnt sich die Ausweitung: Transportzeiten zu geeigneten Krankenhäusern reduzieren sich bei zeitkritischen Notfällen spürbar. Die betroffenen Zweckverbände für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung sollen die Randzeitenausweitung schrittweise umsetzen. Herrmann kündigte an, die Entwicklung eng zu beobachten und eine Evaluation vorzuziehen, um zu entscheiden, ob sich eine Ausdehnung an weiteren Standorten lohnt.

Der Freistaat verfügt aktuell über 15 Luftrettungsstandorte, davon elf Rettungshubschrauber und vier Intensivtransporthubschrauber, darunter RTH Christoph 32 in Ingolstadt (ADAC-Luftrettung gGmbH).

Die verlängerte Flugzeit muss im bestehenden Schichtsystem eingeplant werden. Mit dem vorhandenen Personal lassen sich die erweiterten Flugzeiten abdecken und so die Versorgung von Notfallpatienten verbessern. Ein Zwei-Schicht-Betrieb oder eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung würden deutlich mehr Kosten bedeuten.

Quelle: Pressemitteilung – STMI Bayern – Oliver Platzer / Bild von Thomas Wolter auf Pixabay