(ka) Gut 6.150 Menschen hat die Ingolstädter Bahnhofsmission im vergangenen Jahr unterstützt, dabei wurden über 13.100 Hilfen geleistet. Das steht im Jahresbericht 2025 der ökumenischen Einrichtung – Träger sind Caritas-Kreisstelle und Diakonisches Werk Ingolstadt. Im Vergleich zum Vorjahr, als rund 6.450 Menschen Hilfe suchten und mehr als 13.300 Hilfen stattfanden, ist die Zahl leicht rückläufig. Auffällig bleibt: Besucher kommen oft mit vielen Problemen. Zeit wird gebraucht, besonders für vereinsamte und psychisch belastete Menschen, damit ihnen zugehört wird. Gleichzeitig hat sich die Ausgabe materieller Hilfen wie Essen und Trinken deutlich erhöht, so der Bericht.

Die Aufenthaltsdauer in der Bahnhofsmission sei um fast ein Viertel gestiegen, weil mehr längere Gespräche nötig seien und mehr materielle Unterstützung erfolgt sei. Die Bewirtung mit Essen und Trinken habe sich rasch auf 2.125 Hilfen gesteigert – etwa 20 Prozent mehr als zuvor. Auch vermehrt nachgefragt werden Auskünfte zu Fahrplänen und Umsteigezeiten. Hilfen im Reiseverkehr seien leicht rückläufig, da die Präsenz am Gleis durch Einzelfallhilfen eingeschränkt bleibe. Die Bahnhofsmission im Süden von Ingolstadt sei nahezu die einzige soziale Anlaufstelle, weshalb sie nicht nur von Reisenden genutzt werde und eine wichtige Lücke in der städtischen Grundversorgung schließe.

Neu hinzugekommen ist das Café Redenszeit: Jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat findet es in einem neuen Raum statt. Ziel ist, Menschen mit wenigen Möglichkeiten eine Gelegenheit zum Gespräch zu geben. Bei Kaffee und Kuchen entstehen Kontakte, oft zwischen Menschen, die sonst eher allein bleiben. Anfangs wurde das Angebot noch von hauptamtlichen Kräften begleitet, später übernahmen zwei Ehrenamtliche die Leitung – mit viel Herzblut. Der Raum wird inzwischen stark nachgefragt und reicht kaum noch aus.

Der Dienst „Mobile Reisehilfen“ begleitete 2025 insgesamt 63 Personen – darunter Menschen mit Behinderung und ältere Personen. Ehrenamtliche begleiteten sie zu Angehörigen, zu Arztbesuchen außerhalb, zu kulturellen Veranstaltungen und Ähnlichem. Die längste Begleitung führte nach Hannover. Für diese Aufgabe gibt es eine spezielle Schulung für die Ehrenamtlichen.

Was die Perspektiven angeht, bleibt der Bedarf an Ehrenamtlichen bestehen. Die Arbeit soll künftig in Doppelschichten erfolgen, damit Gleis- und Bahnhofsmission gleichzeitig betreut werden können. Falls genug Freiwillige da sind, könnte auch eine Samstagsbesetzung in Erwägung gezogen werden.

Seit Februar gibt es einen hauptamtlichen Ehrenamtskoordinator mit 15 Wochenstunden. Möglich gemacht hat das eine Förderung des Bayerischen Sozialministeriums, zunächst bis Juni 2026, danach soll die Stelle dauerhaft gesichert werden. Die Koordination von Ehrenamtlichen sei dringend nötig, denn die Suche, Einarbeitung und Begleitung brauchen Zeit und Ressourcen. Die Bahnhofsmission wird grundsätzlich durch einen freiwilligen Zuschuss der Stadt Ingolstadt, Spenden und Eigenmittel von Caritas und Diakonie finanziert.

Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit oder allgemein an der Einrichtung? Ansprechpartner sind die hauptamtlichen Mitarbeitenden Heike Bergmann und Kurt Göttling. Kontakt: Bahnhofsmission Ingolstadt, Am Gleis 1 / Hauptbahnhof, Bahnhofsstraße 8, 85051 Ingolstadt. Telefon 0841/309500, E-Mail bahnhofsmission@caritas-ingolstadt.de.

Quelle: Pressemitteilung – Caritasverband für die Diözese Eichstätt e.V. / Foto