
(ka) 119 Kleiderläden, über 1.500 freiwillige Helfer und ein starkes Signal gegen die Wegwerfmentalität: Der landesweite Aktionstag der BRK-Kleiderläden stellte heute Nachhaltigkeit und soziales Engagement ins Rampenlicht.
Erstmals übernahm Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die zugleich Botschafterin des Bayerischen Roten Kreuzes ist, die Schirmherrschaft. Unter dem Motto „Gegen Konsumzwang – für mehr Nachhaltigkeit“ fanden in ganz Bayern besondere Aktionen statt.
BRK-Präsident Hans-Michael Weisky und Landtagspräsidentin Ilse Aigner, MdL, besuchten an diesem Tag den Kleiderladen „Gutes aus zweiter Hand“ des BRK-Kreisverbands Rosenheim. Diese Veranstaltung soll nicht nur auf das Engagement der Kleiderläden aufmerksam machen, sondern auch das Bewusstsein für die Nachhaltigkeit von Second Hand Kleidung stärken.
In ganz Bayern informierten die BRK-Kleiderläden über ihre Arbeit und beleuchteten ein gesellschaftliches Missverständnis: Viele verbinden Second Hand häufig mit finanziellen Schwierigkeiten. Daher empfinden zahlreiche Menschen Scham, wenn sie einen Kleiderladen betreten.
„Dieses Denken ist überholt“, unterstrich BRK-Präsident Hans-Michael Weisky. „Unsere Kleiderläden sind offene Orte für alle. Sie stehen für Nachhaltigkeit, bewussten Konsum und Solidarität. Wer Kleidung weiterverwendet, schützt Ressourcen und das Klima – und bezieht sich auf gesellschaftliche Verantwortung. Second Hand ist keine Frage des Geldes, sondern der Einstellung.“
Landtagspräsidentin Ilse Aigner fügte hinzu: „Etwa zwei Kilogramm Kleidung entsorgt jede Person hierzulande jährlich – und die meisten Teile wurden nur ein paar Mal getragen. Das ist eine enorme Belastung für die Umwelt. Mit unseren Kleiderläden setzen wir diesem Negativtrend seit langem etwas entgegen, und das ist nur dank des Engagements der vielen Ehrenamtlichen möglich. Ich sage ein herzliches Vergelt’s Gott dafür.“
Die BRK-Kleiderläden verbinden soziale Hilfe mit Umwelt- und Klimaschutz: Gut erhaltene Kleidung wird angenommen, sortiert und günstig weitergegeben. Das schont wertvolle Rohstoffe, reduziert Textilmüll und bietet unkomplizierte Unterstützung für Menschen in verschiedenen Lebenslagen – ganz ohne bürokratische Hürden.
Freddy Eisner, stellvertretender Vorsitzender des BRK-Kreisverbands Rosenheim, erklärte: „In unseren Kleiderläden im Landkreis Rosenheim wird gelebte Nachhaltigkeit sichtbar. Das geschieht nicht nur durch das Weitergeben von Kleidung, sondern vor allem durch das große Engagement unserer Ehrenamtlichen vor Ort. Sie verwandeln diese Orte in Treffpunkte, in denen Ressourcen geschont und Gespräche gefördert werden. Dafür danke ich jedem Einzelnen von Herzen: Ihr Einsatz stärkt unsere Gemeinschaft, schont die Umwelt und zeigt, was wir gemeinsam im BRK-Kreisverband Rosenheim erreichen können.“
Der Aktionstag macht sichtbar, was im Alltag oft im Verborgenen geschieht: Mehr als 1.500 Ehrenamtliche schaffen Begegnungsorte, fördern Teilhabe und setzen ein praktisches Zeichen gegen übermäßigen Konsum. Damit sind die BRK-Kleiderläden nicht nur Orte der Unterstützung, sondern auch Impulsgeber für einen bewussteren Umgang mit unseren Ressourcen.
Quelle: Pressemitteilung / BRK München – Sohrab Taheri-Sohi / Foto: Foto: Matthias Balk / BRK

