(ka) Federweißer ist ein süffig-süßer Wein, der oft zusammen mit herzhaftem Zwiebelkuchen oder einer deftigen Brotzeit genossen wird. In diesen Tagen ernten einige Winzer in Franken bereits Trauben für den neuen Wein, der auch Rauscher, Süßer oder Bitzler genannt wird. Federweißer wird aus Traubenmost hergestellt und gärt in der Flasche, weshalb diese niemals ganz verschlossen werden darf. Die Gärung beginnt direkt nach dem Pressen, wenn Hefe den Zucker in Alkohol und Kohlensäure umwandelt.
Die Abfüllung erfolgt, bevor der Gärprozess abgeschlossen ist, wodurch die Gärung in der Flasche fortgesetzt wird. Aus diesem Grund wird Federweißer oft mit speziellen Verschlüssen verkauft, die einen gefährlichen Druckaufbau verhindern, da Gas entweichen, aber keine Luft eindringen kann.
Einer der größten Produzenten von Federweißer in der Region ist die Winzergemeinschaft Franken (GWF) aus Kitzingen. Am Vormittag haben Mitarbeiter in Volkach hauptsächlich die Trauben der Sorte Müller-Thurgau geerntet, meist mit einem Vollernter. GWF-Vorstand, Martin Deutsch erwartet in diesem Jahr etwa 200.000 Liter, die in Vinotheken, Bistros und im Einzelhandel verkauft werden. Die Preise könnten leicht über den des Vorjahres liegen, konkrete Details nannte Deutsch jedoch nicht. Am Nachmittag sind auch die Ortega- und Solaris-Trauben beim Weingut Schmitt in Bergtheim bei Würzburg zur Ernte vorgesehen.
Der Name Federweißer stammt von der Hefe, die während des Gärungsprozesses durch die Kohlensäure aufgewirbelt wird und im Glas wie Federn tanzt. Juristisch gesehen ist Federweißer kein Wein, sondern „teilweise gegorener Traubenmost“. Der Alkoholgehalt variiert zwischen vier und etwa elf Prozent. Zu Beginn ist der Federweißer süßer, und je länger er gärt, desto mehr Alkohol bildet sich. Neben Federweißer erfreut sich auch der Federrotling großer Beliebtheit, ein Mischgetränk aus Weiß- und Rotweintrauben.
Obwohl der Federweißer bereits erhältlich ist, gibt er noch keine Auskunft über die Qualität des Jahrgangs, wie ein Sprecher des fränkischen Weinbauverbands erklärt. Die Hauptlese in Franken wird offiziell am 10. September in Würzburg beginnen, wobei Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) ebenfalls anwesend sein möchte. Danach werden Silvaner, Riesling und Bacchus für die lagerfähigen Weine geerntet.
Mit 98 Prozent der rund 6.300 Hektar Anbaufläche ist Franken das wichtigste Weinanbaugebiet in Bayern. Etwa 2.900 Winzerfamilien sind in drei fränkischen Winzergenossenschaften organisiert, hinzu kommen rund 600 direkt vermarktende Weingüter. Insgesamt produziert Franken jährlich etwa 400.000 Hektoliter Wein.
Quelle - Pressemitteilung / Die Zeit / proplanta .de / Bild von tegrafik auf Pixabay
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