(ka) In Deutschland müssen jetzt die Verbraucher nicht befürchten, dass sie beim Eiereinkauf vor den Osterfeiertagen vor völlig leeren Regalen stehen werden. Eine Krise wie in den USA ist definitiv nicht abzusehen. Zwar rechnet der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) angesiedelte Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) kurz vor Ostern mit einer traditionsgemäß erhöhten Eiernachfrage. „Diesen erhöhten Bedarf wird der Lebensmitteleinzelhandel bestmöglich bedienen. Knapp werden könnte vor Ostern die Verfügbarkeit besonders bei den preisgünstigen Einstiegssegmenten der jeweiligen Haltungsformen“, schätzt BZL-Leiter Dr. Josef Goos. Das sei aber jedes Jahr vor Ostern so, und die Regale dürften zeitnah wieder gefüllt sein.
Gegen die Eierknappheit in Deutschland spricht auch die jüngste Preisentwicklung. Dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden (Destatis) zufolge mussten die Verbraucher im vergangenen Monat für Eier 1,7 % etwas mehr zahlen als im Februar 2023. Allerdings hat sich dieses Lebensmittel auch in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich verteuert. Zu Februar 2022 beträgt der Aufschlag 21,5 % und zu Februar 2020 sogar 42,0 %.
Neben den erhöhten Produktionskosten und Löhnen auf der Angebotsseite, schlägt aber auch eine höhere Nachfrage zu Buche. So legte der Pro-Kopf-Verbrauch von Eiern 2024 nach vorläufigen Angaben des BZL um zehn auf 249 Eier zu und damit das zweite Jahr in Folge. Insgesamt erhöhte sich der Nahrungsverbrauch von 19,9 Mrd. Stück im Jahr 2023 um gut 4 % auf 20,8 Mrd. Eier. Goos erklärt die Zunahme vor allem mit der zuletzt im Vergleich zu anderen Lebensmitteln relativ stabilen Entwicklung der Eierpreise. Eier seien zudem eine kostengünstige Quelle für hochwertiges Eiweiß.
Die heimische Erzeugung von Konsumeiern erhöhte sich 2024 ebenfalls, und zwar um 3 % auf rund 15,2 Mrd. Stück. Damit konnte der Inlandsbedarf zu 72,2 % gedeckt werden. Die Importe von Schaleneiern stiegen im vorigen Jahr dem BZL zufolge um rund 400 Mio. Stück oder fast 7 %, die von Eiprodukten - Vollei, Eigelb und Eiweiß, flüssig, getrocknet, gefroren - ebenfalls um 7 %. Von den eingeführten Schaleneiern stammten 76 % aus den Niederlanden, 13 % aus Polen und 3 % aus Belgien. Obwohl Deutschland mehr als ein Viertel seines Eierbedarfs importieren muss, schätzt das BZL die Versorgung zu Ostern als „sicher“ ein.
Quelle - Statistische Bundesamt, Wiesbaden / proplanta.de / Bild von Petra auf Pixabay
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